Musikschule Lüdenscheid sieht im Umzug Vorteile

Die alte Post und heute Musikschule – Mitte der 80er-Jahre zogen die Musiker hier ein.

LÜDENSCHEID - „Mein Büro war ursprünglich als Putzmittelraum eingetragem. Und die Räume nach hinten raus zum Parkplatz als Lagerräume und Abstellkammern.“ Martin Nieswandt, stellvertretender Leiter der Musikschule der Stadt, weiß um die Raumnot im Musikschulgebäude an der Altenaer Straße...

„Wir sind dem Haus hier ein Stückweit über den Kopf gewachsen.“ Insofern kommen die Pläne, im Rahmen der Haushaltssicherung gegebenenfalls in die Albert-Schweitzer-Schule an die Kaiserallee zu ziehen, dem Musikschulteam nicht direkt ungelegen.

„Wir wären selbst nicht auf die Idee gekommen, hier weggehen zu wollen, aber wenn es gute Gründe wie diese gibt, sehen wir auch die Vorteile, die so ein Umzug mit sich bringt“, so Nieswandt. Der Musikschulpädagoge kam als musizierender Schüler der Musikschulen Kierspe und Volmetal mit den „Kollegen“ aus Lüdenscheid in Kontakt, als diese aus der Villa an der Liebigstraße voller Freude in das frei gewordene Postgebäude an der Altenaer Straße zogen. Zentralisierung der über die Stadt verstreuten Schulungsräume und eine Ausweitung der eigenen Kapazitäten waren Mitte der 80-Jahre der Anlass für den Umzug an die Altenaer Straße. Und ein Kammermusiksaal als Podium für Konzerte an der Stelle, wo sich ehemals die Schalterhalle der alten Post befand. Das frische Parkett durfte in den Anfangsjahren nur mit Filzpantoffeln betreten werden. Der Raum selbst wurde nur für Konzerte geöffnet. „Und die Beleuchtung wurde extra so angelegt, dass man darin hätte kleinere Ratssitzungen stattfinden lassen können“, erinnert sich Nieswandt.

Zwar Dezentralisierung, aber wieder eine Vergrößerung ist es, die das Pädagogenteam heute mit einem lachenden und weinenden Auge in Richtung Kaiserstraße schauen lassen: „Montags bis donnerstags ist hier in unserem jetzigen Gebäude jeder Raum belegt. Sogar im Kammermusiksaal wird unterrichtet. Da ist ein richtiger Durchgangsverkehr entstanden. Musik ist nun mal mit Geräuschen verbunden. Es gibt hier dünne Wände, durchlässige Türen. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1891. Die Parksituation ist abenteuerlich und unbefriedigend. Das Gebäude an der Kaiserallee ist in seiner Grundnutzung eine Schule. Da liegt nahe, dass die Räume dort gedämmt sind. Auch die Parksituation wäre deutlich anders. Für unser Kerngeschäft ist ein Umzug allemal eine Verbesserung, auch wenn wir dann die direkte Anbindung an die Innenstadt und die zentralen Haltestellen verlieren. Und mit Blick auf Konzert- oder Repräsentanzzwecke fällt ein Abschied natürlich schwer.“

Ortsbegehungen haben gezeigt: Auch an der Albert-Schweitzer-Schule wird es Raum für Vorspiele und Konzerte geben. Allerdings mit dem Kammermusiksaal „eine solche Perle“, so Nieswandt, zu verlieren, sei schon bitter. Denn sollte nach einem Umzug im Jahr 2016 der Saal an der Altenaer Straße benutzbar bleiben, sind Konzerte dort nur mit erheblichem Aufwand zu betreiben: „Mit einem Umzug verlieren wir das Schmuckstückhafte hier. Innerlich weint man da schon.“ - rudi

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