Musiker nehmen ihre Zuhörer mit in den Süden

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Die Großpolnische Philharmonie Kalisch begeisterte beim Neujahrskonzert im Kulturhaus mit einer Auswahl schwungvoller Melodien vornehmlich aus Europas Süden ▪

LÜDENSCHEID ▪ Die Ouvertüre aus dem „Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini bildete am Sonntag den glanzvollen Auftakt zum Neujahrskonzert im nahezu voll besetzten Theatersaal des Lüdenscheider Kulturhauses. Unter dem Motto „Kennst Du das Land wo die Zitronen blüh’n?“ nach einem Gedicht von Goethe führten die musikalischen Reisen der Großpolnischen Philharmonie Kalisch unter der Leitung von Hermann Breuer in südliche Gefilde.

Für solistische Akzente sorgte dabei Sopranistin Enny Kim, die durch große Bühnenpräsenz sowie eine ebenso kraftvolle wie facettenreiche Stimme zu überzeugen wusste.

Gleich nach dem Eröffnungsstück kündigte Orchesterleiter Breuer, der gleichzeitig auch als charmanter Conferencier fungierte, die Solistin mit einem weiteren Stück aus dem „Barbier von Sevilla“, der Arie „Una voce poco fa“ an, die Enny Kim stimmlich agil und frisch zu interpretieren wusste. „Die beste spanische Musik“, so Hermann Breuer, „kommt oft keineswegs aus der Feder der heimischen Künstler, sondern von französischen Komponisten.“ Gleiches gilt für die Rhapsodie „España“ von Emmanuel Chabrier, die der elsässische Komponist Émile Waldteufel zu einer schwungvollen Walzermelodie umarrangiert hat. Diese leichte Variante des Werkes gab das Orchester gut gelaunt mit Schwung und agilen Streichern zum Besten. Emotional wurde es bei der berühmten Arie „O mio babbino caro“ aus dem Opern-Einakter „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini, bei der einmal mehr Enny Kim ihr Einfühlungsvermögen unter Beweis stellte.

In einem kurzen Interview, das Hermann Breuer mit der koreanischen Sängerin führte, erzählte sie, wie in Korea Silvester gefeiert wird. Das Fest zum Jahreswechsel habe dort den gleichen Stellenwert wie hierzulande Weihnachten. Darüber hinaus hatte Breuer heitere Texte bekannter Autoren wie Erich Kästner oder Heinz Erhardt mitgebracht, die den musikalischen Teil auflockerten.

Einem der schönsten Opern-Intermezzi, dem „Intermezzo Rusticana“ aus „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni, folgte die temperamentvolle „Aragonaise“ aus Georges Bizets „Carmen“. Den rhythmischen und schwungvollen Abschluss der ersten Konzerthälfte bildete die südamerikanische Variante einer Serenata des US-amerikanischen Komponisten Leroy Anderson.

Nach der Pause setzte sich der unterhaltsame Charakter des Programms nahtlos fort. Dem beschwingten Johann-Strauß-Walzer „Wo die Zitronen blüh’n“ folgte eine „Tarantella“ aus Ernst Fischers Suite „Südlich der Alpen“, die die Musiker der Großpolnischen Philharmonie Kalisch flott und schwungvoll zum Besten gaben. Melancholisch-süß zeigte sich das Stück „Rosen aus dem Süden“, ein weiteres Werk des „Walzerkönigs“ Strauß. Auch Solistin Enny Kim sorgte im zweiten Konzertteil noch mehrmals für Begeisterung bei den Musikfreunden, unter anderem mit der Tarantella „La Danza“ von Rossini oder dem Trinklied „Brindisi“ aus Verdis „La Traviata“. Der klassische Schlager „Valencia“ sowie der immer wieder gern mitgeklatschte „Radetzky Marsch“ bildeten als Zugaben den fröhlichen Abschluss eines unterhaltsamen, musikalischen Neujahrs-Reigens. ▪ bot

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