Vergnügliche Kostproben mit Extrabreit-Duo

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Stefan Kleinkrieg (rechts) Rolf Möller spielten im Dahlmann-Saal.

Lüdenscheid -  Es war eine beschaulich Runde, die da in der Gaststätte Dahlmann zusammenkam, um Stefan Kleinkrieg und Rolf Möller, zwei alte Recken der Hagener Kult-Combo Extrabreit, bei ihrer intimen Mischung aus Akustik-Set und Lesung zu erleben.

Auch wenn es in den letzten Jahren eher ruhig geworden ist um eine der erfolgreichsten deutschen Bands der 80er- und 90er-Jahre, sind deren Mitglieder sowohl musikalisch als auch literarisch noch immer präsent. Während Sänger Kai Havaii vor einigen Jahren mit seinem Buch „Hart wie Marmelade“ für Furore sorgte, betreibt Stefan Kleinkrieg einen literarischen Blog, in dem er auf humorige Weise über Themen, die ihm auf den Nägeln brennen, sowie die bewegte Vergangenheit der „Extrabreiten“ schreibt.

Von diesen Texten lieferte der Musiker einige vergnügliche Kostproben, gab aber auch, von Rolf Möller souverän am Cajon und am Schlagzeug unterstützt, Klassiker der Formation Extrabreit sowie Songs seines aktuellen Solo-Albums „Das schwarze Schiff“ mit der Akustik-Gitarre zum Besten. Aus der zumindest phasenweise recht düster anmutenden Scheibe präsentierte der Sänger und Gitarrist unter anderem den Titelsong „Dunkles Seemannsgarn“, zu dem Kleinkriegs brummelige Stimme hervorragend passte, eine beinahe romantische Liebeserklärung an den Alkohol.

Launig und amüsant präsentierte Stefan Kleinkrieg hinter grüner Leselampe seine schnoddrig geschriebenen Texte.

Da erinnerte sich der Musik-Veteran an ein Konzert in der Hans-Martin-Schleyer-Halle im Jahr 1990 zugunsten des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine, bei dem „Pater Muffel“ (Peter Maffay) für schlechte Stimmung sorgte. Überaus amüsant geschrieben war auch die eine oder andere fiktive Story.

Ergänzt wurde das unterhaltsame Programm mit einigen jener Titel, „die die Extrabreiten reich und leberkrank gemacht haben“, wie Kleinkrieg erklärte, darunter unter anderem der „Lottokönig“. „...und Tinte ist, was er pisst.“

Keine guten Erfahrungen machte der Musiker augenscheinlich mit Pressevertretern, und so rechnete Kleinkrieg schließlich in Form des Liedes „Der Musikjournalist“ mit der „Journaille ab, die mich nie geliebt hat.“

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