Tanzende Rollstuhlfahrer

Andreas Winter (rechts) spielt in „Firelands“ sich selbst und unternimmt mit Olga eine Reise ins Innere seiner Patientin.

LÜDENSCHEID - Das ist eine Musicalshow mit Behinderten und nicht behinderten Darstellern“, erläutert Andreas Winter. Der Iserlohner nennt sich selbst Psychoscout und will die unterbewussten Gedanken aufdecken, um Lebensqualität zu verbessern. Seine Freizeit hat der Iserlohner in ein Projekt gesteckt, das sich „Firelands“ nennt.

Drei Jahre Entwicklung stecken hinter dieser Bühnenshow. Tanzende Rollstuhlfahrer, schauspielernde psychisch Kranke, musizierende körperbehinderte Menschen, zusammen mit Laiendarstellern, angeleitet von Profis, spielen vor einer riesigen Projektionswand eine ergreifende Story. „Firelands – Finde das Feuer!” erzählt die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die auf der Suche nach ihrer Vergangenheit durch die Weiten Lateinamerikas ihre Zukunft verändert. „Wir haben sehr viel Erfolg mit dieser Show. Durch das Stück kommen die Leute mal raus“, so Winter weiter, der in dem Stück sich selbst spielt. Die Gruppe gastierte bereits im Ruhrgebiet, im vergangenen Jahr im Iserlohner Parktheater und kommt nun ins Lüdenscheider Kulturhaus. Dort tritt das Ensemble, das zur Zeit aus 30 behinderten (Rollstuhlfahrer, psychisch Kranke) und nichtbehinderten Menschen im Alter von zwölf bis 84 Jahren besteht, am 14. April (Sonntag) auf. Beginn ist um 18 Uhr.

Firelands wurde im September 2012 als bestes soziales Projekt vom Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Das Stück basiert auf der authentischen Lebensgeschichte der Autorin Carina Steding, deren familiäre Wurzeln sowohl in Russland, als auch in Chile zu finden sind. „Firelands“ ist eine Reise ins Innere der menschlichen Seele: Seit dem Tod ihres Vaters leidet die ehemalige Tänzerin Olga (Anne Wesendonk) an einer seltsamen Krankheit. Ihre Beine sind nahezu gelähmt, und eine innere Unruhe macht sie zunehmend depressiv. Olga arbeitet zurückgezogen in einer kleinen Apotheke in ihrer Stadt. Tag für Tag überkommt sie immer mehr ein Gefühl der Melancholie und Verbitterung. Schließlich sucht sie auf Empfehlung ihrer Kunden den renommierten Psychologen Dr. Invierno (Andreas Winter) in seiner Praxis auf. Dr. Invierno ist für eine eigensinnige, jedoch sehr spektakuläre Art zu therapieren bekannt. In Hypnose leitet der Psychologe Olga an, den Ursprung ihres Leidens zu ergründen und eine Traumreise zu unternehmen.

In dieser Inszenierung verfolgt Regisseurin Carina Steding neben fantasievollen Tänzen und einer ungewöhnlichen Musik noch zusätzlich einen sozialen Integrationsgedanken, indem sie wie selbstverständlich Statisten mit Rollstuhl auf der Bühne mit agieren lässt.

Karten für das Stück sind ab sofort an der Theaterkasse des Kulturhauses zu haben. Sie kosten im Vorverkauf 16,50 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) und an der Abendkasse 15 Euro. - rudi

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