Museumsteam bietet Schulunterricht wie zu Kaisers Zeiten

Still und gerade sitzen – Platz für 16 Schüler ist in den historischen Bänken. - Fotos: Rudewig

Lüdenscheid - Ein paar kurze Hiebe mit dem Rohrstock auf das Lehrerpult – und die Klasse ist still. In diesem Moment besteht sie aus ein paar Praktikanten sowie dem technischen Leiter der städtischen Museen, Volker Kirstein.

Am Pult: Ursula Delhounge. Am Sonntagnachmittag, so hofft die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Museen, sind die Bänke gut gefüllt mit Besuchern, die das Rad bis in die wilhelminische Schulzeit zurückdrehen wollen.

Platz ist genug im eigenes für die LWL-Ausstellung „Das erste Schuljahr“ hergerichteten alten „Klassenzimmer“. Aufgetrieben hat Ursula Delhougne die Bankreihen in Valbert-Langenberg: „Dort gibt es eine Schule, die diese Bänke aufbewahrt hat. Um 16 Uhr beginnt am Sonntag der öffentliche Unterricht á la 1900. Die Besucher erwartet zunächst eine kurze allgemeine Einführung in die Ausstellung des Landschaftsverbandes. 200 Exponate zeigen derzeit in den Museen Wissenswertes über die erste prägende Phase der Kinder. Zu sehen sind Schultüten und deren sich im Laufe der Jahrzehnte wandelnder Inhalt, unterschiedliche Lehrinhalte, der Schulweg, die Ranzen, Tafeln, Hefte, Zeugnisse.

Das Museumsteam hat der Ausstellung ein eigenes Klassenzimmer hinzugefügt und wird dort – auch am Sonntag – Unterricht im Stil der vorletzten Jahrhundertwende anbieten, quasi Schule wie zu Kaisers Zeiten.

Einen echten Lehrer wird es am Sonntag auch geben. Eingeladen worden ist „Volksschullehrer“ Rolf Platte, im wirklichen Leben Leiter der schulhistorischen Sammlung der Stadt Wuppertal. Er macht in seinem Unterricht die pädagogischen Methoden und die Lehrinhalte der Vergangenheit und den Schulalltag um 1900 wieder lebendig. – selbstredend im historischen Kostüm. Die schulhistorische Sammlung in Wuppertal zeigt die Schulgeschichte in der Region. Der Öffentlichkeit zugänglich ist die Sammlung seit 1998 in einem alten Schulgebäude in Vohwinkel. Auch dort kann man in einem mit Original-Bänken ausgestatteten Klassenzimmer historischen Unterricht erleben.

„Wir werden am Sonntag Schiefertafeln verteilen, auf denen sich die Besucher im Schreiben versuchen können“, macht Ursula Delhougne Appetit auf die Schulstunde der besonderen Art. Schreiben wird geübt, das Sitzen, Stehen, Zuhören.

Platz für 16 Schüler ist in den historischen Sitzbänken, für alle anderen Gäste werden zusätzliche Bänke aufgestellt. Wer dabei sein will, zahlt die bei öffentlichen Sonntagsführungen üblichen drei Euro. Sollte das Angebot des Museumsteams auf Interesse stoßen, werden die historischen Schulstunden auch weiterhin angeboten.

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