Museen profitieren von Sogwirkung der Goldbären

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Dr. Eckhard Trox und Ursula Delhougne freuen sich, dass das Rahmenprogramm zur Haribo-Ausstellung so gut angenommen wird. Sie zeigen, was nötig ist, um selbst Gummibärchen herzustellen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung“, freut sich Dr. Eckhard Trox, Museumsleiter in Lüdenscheid, – und straft damit alle Kritiker, die meinten, die Haribo-Ausstellung gehöre nicht in ein Geschichtsmuseum, Lügen. Die hohen Besucherzahlen sprächen für sich.

Und davon profitiere nicht nur die Haribo-Ausstellung. Sehr viele Gäste, die das erste Mal in die Lüdenscheider Museen kämen, nähmen sich viel Zeit für ihren Besuch und sehen sich Dauerausstellung und die Präsentation in der Städtischen Galerie gleich mit an.

Vor allen freut Trox sich über die große Akzeptanz der Ausstellung bei Kindern und Jugendlichen. Das sei insbesondere auf das museumspädagogische Programm zurückzuführen, das Ursula Delhougne ausgearbeitet habe und mit einem Team von Kollegen durchführe. Dazu zählen die Führungen durch die Ausstellung für Erwachsene genauso wie die Aktionen für Jugendliche und Kinder im Anschluss an einen Rundgang. Je nach Alter variieren die Angebote von der Herstellung von Süßigkeiten über die Idee für eine eigenes Produkt bis hin zur Analyse von Werbestrategien.

115 gebuchte Führungen – zusätzlich zu denen, die an den Wochenenden ohnehin angeboten werden – hat es bislang in der Haribo-Ausstellung gegeben. Darüber hinaus haben 33 Klassen von weiterführenden Schulen die Museen besucht, zehn Grundschulklassen und neun Kindergartengruppen. Je älter die Klassen werden, desto mehr kommen nicht aus Lüdenscheid, erklärt Ursula Delhougne. Aber selbst eine Kindergartengruppe aus Hagen sei dabei gewesen. Schüler kämen nicht nur aus dem Märkischen Kreis, sondern beispielsweise auch aus Arnsberg, Siegen, Gießen, Wuppertal. Manchmal führen zwei Busse gleichzeitig vor, berichtet Ursula Delhougne. Besonders auffällig sei das Interesse von Klassen aus Berufskollegs.

Ganz nebenbei hätten sich viele Besucher, nicht zuletzt die erwachsenen Begleiter von Gruppen, mit Infomaterial über die Museen eingedeckt. Und auch das trage bereits Früchte: Es habe schon einige Folgebuchungen für die Angebote in den anderen Ausstellungen oder für Kindergeburtstage gegeben. Davon wurden bisher 43 in den Museen gefeiert.

Und während die Haribo-Ausstellung zum Selbstläufer für die Museen wird, wird im Hintergrund eifrig an den neuen Projekten gefeilt, trotz enger Personaldecke, wie Trox betont. Dazu gehören eine Ausstellung zum 150. Geburtstag von Ida Gerhardi und eine weitere, die 2013 an die Befreiungskriege von 1813 als Geburtsstunde der nationalen Bewegung und der Demokratie erinnern soll. Gleichzeitig wird an der Frage gearbeitet, wie die Dauerausstellung neu strukturiert und finanziert werden kann. ▪ gör

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