Ururgroßneffe begleitet Führung 

 Junger Paul blickt auf Leben und Werk von Paul Wieghardt

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Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen hatte sich für die Familienführung durch die Ausstellung „Paul Wieghardt (1897-1969) – Coming and Going“ Verstärkung von Paul Wieghardt, Ururgroßneffe des Künstlers, geholt.

Lüdenscheid – Rund 20 Personen kamen am Donnerstag in die Städtische Galerie am Sauerfeld, um an einer besonderen Führung durch die Ausstellung „Paul Wieghardt (1897-1969) – Coming and Going“ teilzunehmen. Unter dem Motto „Paul stellt Paul vor“ hatte sich Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen mit Paul Wieghardt jr. Unterstützung der besonderen Art geholt. Der 13-jährige ist der Ururgroßneffe des berühmten Malers und hatte sich bereit erklärt, die Galerieleiterin auf ihrer Führung durch die Ausstellung zu unterstützen.

Zu dieser gerade für Familien angebotenen Führung waren daher auch einige Eltern mit ihren Kindern gekommen. Der Rundgang sollte Jungen und Mädchen ab acht Jahren einen altersgerechten Zugang zu den sehenswerten Werken des Malers zu ermöglichen.

Paul Wieghardt jr. hatte sich im Vorfeld mit dem Leben seines Ururgroßonkels beschäftigt, mit dessen Bildern er seit jüngster Kindheit aufwächst. Unter anderem berichtete er darüber, wie Wieghardt seine Lebensgefährtin, die Bildhauerin Nelli Bar, kennengelernt hatte: Sie habe in Köln an einem Künstlerseminar von Wieghardt in einem Zoo teilgenommen. „Weil Nelli Schwierigkeiten hatte, Tiere im Bild festzuhalten, riet er ihr, eine Schildkröte zu malen, weil sich diese nur langsam bewegt“, erklärte Paul Wieghardt jr..

Obwohl er auf die Frage, welches Gemälde seines Ururgroßonkels zu seinen Lieblingsbildern zähle, antwortete, dass ihm alle Bilder Paul Wieghardts gut gefallen, nannte Paul Wieghardt jr. dennoch das Gemälde „La dame au chapeau jaune“ als eines jener Bilder, das ihn besonders anspreche. Dabei handelt es sich um eines der unzähligen Werke, bei denen Nelli Bar als Model für den Künstler fungierte. „Auf diese Weise sparte Wieghardt die Kosten für teure Models ein“, erklärte dazu Dr. Susanne Conzen.

Bei der Führung wurde das Werk Wieghardts weitgehend chronologisch abgearbeitet, angefangen bei seinen Frühwerken über seine Arbeiten in Paris bis hin zu den immer abstrakter werdenden Arbeiten in den USA. 

Dr. Susanne Conzen kündigte an, in der zweiten Januar- oder der ersten Februarhälfte 2020 noch einmal eine Führung mit Paul Wieghardt jr. anzubieten. Der genaue Termin werde rechtzeitig in den Lüdenscheider Nachrichten bekannt gegeben.

Bislang Großes Interesse an Wieghardt-Ausstellung

Kurz vor Weihnachten äußert sich Dr. Eckhard Trox als Leiter der Lüdenscheider Museen, mehr als zufrieden mit der bisherigen Resonanz auf die Ausstellung „Paul Wieghardt (1897-1969) – Coming and Going“.

Auch die Führungen seien sehr gut nachgefragt – sowohl diejenigen zu den öffentlichen Terminen wie am Donnerstag, als auch solche, die speziell von Gruppen gebucht werden können. Dabei interessierten sich höchst unterschiedliche gesellschaftliche Kreise für Leben und Werk des Lüdenscheider Künstlers, zieht Trox eine vorsichtige Zwischenbilanz. Schließlich wird die Ausstellung noch bis zum 29. März zu sehen sein.

Große Nachfrage gebe es für den Begleitband zur Ausstellung. Rund 100 Exemplare seien bislang über die Theke der Museen gegangen. Für ein solches wissenschaftliches Werk sei das in der Kürze der Zeit eine beachtliche Zahl. Gerade vor Weihnachten seien viele Kataloge verkauft worden. Die  Begleitbände gibt es an der Info-Theke der Museen zu kaufen.

Die Museen – und damit auch die Städtische Galerie sind vom 23. bis einschließlich 26. Dezember geschlossen. Vom 27. bis zum 29. Dezember ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, bevor über den Jahreswechsel vom 30. Dezember bis zum 1. Januar das Haus erneut geschlossen hat. Ab dem 2. Januar gelten die gewohnten Öffnungszeiten mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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