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Münster-Tatort (ARD): TV-Star Björn Meyer aus Lüdenscheid über Tatort-Ultras

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Von: Leon Malte Cilsik

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Dreharbeiten Tatort Münster
Björn Meyer (hinten Mitte) ist seit 2019 fester Bestandteil im Tatort Münster. In der Rolle des Mirko Schrader ist er der neue Mitarbeiter an der Seite von Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers). © Rolf Vennenbernd/DPA

Preisträger der Deutschen Akademie für Fernsehen, Ensemblemitglied im Hamburger Thalia Theater und seit 2019 fester Bestandteil des Tatorts Münster. Björn Meyer blickt mit 32 Jahren bereits auf eine stolze Vita im deutschen Theater und Fernsehen zurück. Im Gespräch mit Redaktionsmitglied Malte Cilsik beantwortet der gebürtige Lüdenscheider unter anderem Fragen zu seinem Erfolg als Schauspieler, seiner Verbindung zu Lüdenscheid und seinen Empfehlungen für aufstrebende Theatertalente.

Woran arbeiten Sie derzeit? Die Dreharbeiten für den 40. Tatort aus Münster sind ja mittlerweile abgeschlossen.

Da der Spielbetrieb am Thalia Theater wieder aufgenommen wurde, bin ich momentan hauptsächlich damit beschäftigt Vorstellungen zu spielen. Im November starten die Proben für eine Produktion mit dem japanischen Regisseur Toshiki Okada. Momentan laufen dafür die Vorbereitungen.

Wie lief die Rückkehr auf die Bühne, nachdem die Theater nun wieder öffnen können?

Es war ein komisches Gefühl, wieder vor physisch anwesenden Menschen zu spielen. Das Publikum war sehr dankbar und es hat mir wieder gezeigt, dass der Live-Moment nicht zu ersetzten ist. Ich bin sehr froh, dass das wieder möglich ist.

Wo beeinträchtigte Corona Sie stärker: Vor der Kamera oder auf der Bühne?

Ganz klar auf der Bühne. Wir konnten nicht spielen, das Theater war zu und wir haben andauernd Premieren verschoben. Es ist ungefähr so, als würde man lange für eine Klausur üben, die vielleicht nie stattfinden wird. Gedreht wurde relativ viel während Corona. Das hat auf jeden Fall gutgetan.

Erwartet die Zuschauer zum 40. Jubiläum des Tatorts in Münster etwas Besonderes oder wird auf Altbewährtes gesetzt?

Ich denke, es wird eine Mixtur aus Alt und Neu. Blackout, Amnesie – und Thiel wird mächtig Probleme bekommen. Mehr darf ich leider nicht sagen. Also, einschalten!

Seit 2019 sind Sie fester Bestandteil des Tatort-Teams. Was hat sich seitdem in Ihrem Berufsalltag verändert? Leidet Ihre zweite Leidenschaft, das Theater, darunter?

Ich würde nicht sagen, dass das Theater meine zweite Leidenschaft ist. Ich bin festes Ensemblemitglied am Thalia Theater in Hamburg. Beim Tatort Münster bin ich ein paar Wochen im Jahr. Ich bin froh, dass ich als Schauspieler verschiedene Tätigkeiten ausüben kann und unterschiedlichste Menschen kennenlerne. Es ist aber schon relativ kompliziert, alles zu vereinbaren, wenn man eine Festanstellung am Theater hat. Bis jetzt funktioniert das noch ganz gut.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den „alten Hasen“ Jan Josef Liefers, Axel Prahl und den anderen eingespielten Teammitgliedern? Ist es schwierig, als Neuling seine eigenen Ideen einbringen zu können?

Zum Glück wurde mir der Start beim Tatort vom ganzen Team sehr leicht gemacht. Gerade die Entwicklung der Figur Mirko Schrader sehe ich als Prozess und ich denke, dass man in Zukunft mehr über ihn erfahren wird. Ich hatte eher Bedenken, was die Tatort-Ultras vor den Endgeräten anbelangt. Da wurde ich aber dankenswerterweise auch ganz gut aufgenommen.

Sie haben einmal gesagt, wenn Sie irgendwann wirklich mit der Polizei zusammenarbeiten könnten, würden Sie sofort alle erdenklichen Kinderfragen stellen. Haben Sie ein Beispiel?

Wie hoch ist die Durchfallquote bei der Fahrradprüfung in Grundschulen?

Was halten Sie davon, dass heute immer mehr junge Influencer über Social Media in kurzer Zeit unglaubliche Reichweite generieren können, während Sie sich Ihren Erfolg in vielen kleinen (und großen) Schritten mühsam erarbeiten mussten?

Eine absolute Katastrophe. Das muss sich ändern, bitte folgt mir auf Instagram, damit das ein Ende hat!

Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelten Sie bei den „Bühnenmäusen“ des CVJM Lüdenscheid-West. Haben Sie einen Tipp für Ihre jungen Nachfolgerinnen und Nachfolger, um einen ähnlich erfolgreichen Weg zu gehen?

Leider und zum Glück gibt es da kein Rezept. Durchhaltevermögen und die Freude am Spielen nicht verlieren. Tut mir leid, was Besseres fällt mir gerade nicht ein.

Sie unterstützen seit Langem das Hospiz Lüdenscheid und finden es wichtig, dass die Öffentlichkeit mehr über Hospiz- und Palliativarbeit erfährt - wie könnte das Thema Ihrer Meinung nach gesellschaftsfähiger gemacht werden?

Indem wir über den Tod und das Sterben reden. Dafür muss man nicht in die Kirche gehen, das kann auch in der Kneipe oder zuhause passieren. Der Tod ist eine Konstante in unserem Leben, davor kann man sich nicht verstecken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hospiz machen einen unglaublich wichtigen Job und das sollte nicht nur mit Applaus honoriert werden!

Nach wie vor haben Sie Freunde und Familie in Lüdenscheid. Wenn Sie zu Besuch sind, wo könnte man Sie an einem sonnigen Samstagvormittag in der Stadt treffen?

Irgendwo an der Versetalsperre oder auf dem Markt bei Bratwurst und Cola-Light.

Eine Sache, die Sie an Lüdenscheid lieben und eine, die Sie hassen?

Ich liebe den Lüdenscheider Pragmatismus und ich hasse Stau auf der Autobahn 45.

Angenommen Sie könnten ein großes Plakat gut sichtbar an die Rathausfassade auf dem Lüdenscheider Sternplatz hängen – was würden Sie darauf schreiben?

Nur der BVB.

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