Haitzinger-Ausstellung in Lüdenscheid eröffnet

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Privatführung mit Künstler: Horst Haitzinger nahm sich am Abend Zeit für seine Fans. -

LÜDENSCHEID - Ein Lieblingsbild? Nein, hat er nicht. „Das sind alles meine Kinder“, sagt Horst Haitzinger und lässt den Blick durch das Forum der Städtischen Galerie schweifen. Vor jedem seiner großformatigen Bilder stehen Betrachter, diskutieren, gehen ein Stückchen näher heran, deuten auf dies, auf jenes und diskutieren erneut. Es gibt in der Tat eine Menge zu deuten in den Ölbildern des Münchner Künstlers, die seit dem Abend öffentlich zu sehen sind.

An die 200 Gäste drängelten sich bei der Eröffnung der Ausstellung „Haitzinger – Karikaturen und Malerei“ im Schatten der Eisenbahn. Kulturdezernent Wolff-Dieter Theissen oblag die Begrüßung des Künstlers und der Gäste. Er freute sich über die beachtliche Resonanz: „Der Name Haitzinger lockt an!“ Am 1. September 2011 habe Gerd Ellenbeck das erste Mal angefragt, ob seitens der Stadt Zeit und Interesse an einer Haitzinger-Ausstellung bestünde. Mit Blick auf die 70 Prozent Fremdkapital, die eine solche Ausstellung erfordere, müsse man das Engagement und Kraft Ellenbecks noch höher bewerten. Als Kapitalgeber hob Theissen die Ippenstiftung, die Sparkasse, die Kunstfreunde und die Mitarbeiter der Ehrenamtsbörse in den Vordergund. Jeder habe auf seine Weise zum Gelingen der Ausstellung beigetragen.

„Die Basis des Erfolgs ist eine Kombination aus Hand und Kopf“, konstatierte anschließend Martin Krigar, Chefredakteur der Lüdenscheider Nachrichten, die täglich auf der zweiten Seite eine Karikatur Haitzingers veröffentlichen. Er hob in einer humorigen Rede den unvergleichlichen Wiedererkennungswert der Figuren Haitzinges hervor und die Fähigkeit, aus der Zeichnung heraus ohne Worte eine einzige treffene Aussage zu finden. Gerd Ellenbeck, Freund, Vertrauter Haitzingers und unermüdlicher Motor der Ausstellung, richtete den Fokus auf die Gemälde des Künstlers, das Märchenhafte und nicht zuletzt die Malkunst, die zu den aussterbenden Arten gehöre. Er verwies aber auch auf die Kraft, die das Malen solcher Bilder fordert, und die Kraft, all das wieder abzuwaschen, was einem nach einer Woche nicht mehr gefällt.

„Ich hab hierfür nicht einen Finger gerührt, ich wollte das alles gar nicht“, gestand Haitzinger schmunzelnd später im Gespräch. Umso höher sei das Engagement Ellenbeck zu werten.

Samstagvormittag gibt Horst Haitzinger im Forum der Galerie an der Sauerfelder Straße ab 11 Uhr eine Autogrammstunde und erläutert die Entstehung seiner Bilder. Am Sonntag beginnt um 15 Uhr eine öffentliche Führung mit der Kuratorin der Ausstellung, Dr. Carolin Krüger-Bahr. - rudi

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