Ekelwanderung durch die Oberstadt

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Auch diese Scheibe des Busunterstandes vor der Gaststätte Reidemeister wurde im Laufe der Nacht zerstört.

Lüdenscheid - Was ein gemütlicher Sonntagmorgen-Spaziergang in milder Frühlingsluft werden sollte, wurde unvermutet zu einer Ekelwanderung durch die Oberstadt.

Spuren nächtlicher Wochenend-Exzesse, wohin das Auge blickt: Splitter einer zertrümmerten gläsernen Scheibe liegen unterm Busunterstand vor dem Reidemeister. Gegen 3.30 Uhr hörten späte Kneipen-Gäste einen lauten Knall. Am Graf-Engelbert-Platz vorbei auf der Wilhelmstraße liegen herausgerissene Abfalleimer, der Inhalt weit über die Wilhelmstraße verstreut. „Ein Fest für die Ratten“, kommentiert eine Betrachterin. Und fällt ihr Generalurteil: „Die Stadt wird immer ekliger.“

Oberhalb der Haupteinkaufsstraße, an der Erlöserkirche, ein weiterer Schock, diesmal für Pfarrerin, Kantor und Gottesdienst-Besucher: Unbekannte haben das Mauerwerk in der Nacht beschmiert. Schriftzüge, obszöne Zeichnungen – das Entsetzen ist groß, die Hilflosigkeit auch. Gegen blinde Zerstörungswut und Lust am Verdrecken scheint kein Kraut gewachsen – das war das Gesprächsthema rund ums Gotteshaus. Anzeige wolle man erstatten hieß es. Am Sonntag allerdings war der Polizei auf Nachfrage noch nichts bekannt – weder von Anzeigen, noch von dem, was in der Nacht in der Oberstadt offensichtlich vorgefallen und wohl kaum völlig geräuschlos abgelaufen ist.

Weiter unten auf der Wilhelmstraße, in Richtung Stern-Center, ist alles verdreckt. Auch hier wurden volle Mülleimer aus der Aufhängung gerissen, die Einzelteile und der Inhalt verteilt. Kraftakte, die kaum unbemerkt geblieben sein dürften.

Abgesehen von diesem mutwilligen Vermüllen sind es aber auch die „Kleinigkeiten“, die an diesem ganz normalen Sonntagvormittag auffallen: Hier hat ein Nachtschwärmer eine Plastikschale mit halb aufgegessenem Essen auf einer Fensterbank abstellt, dort liegt eine Schnapsflasche auf einer Bank, woanders „blühen“ Tetrapaks im Blumenbeet oder Essensverpackungen in Hecken. Jeder Windstoß treibt Tüten durch die Straßen. Nicht nur zum Ärger vieler Händler und Gastronomen in der Innenstadt.

Noch gelingt es den STL-Reinigungstrupps, rechtzeitig vor Geschäftseröffnung wieder für Ordnung zu sorgen. So als wäre nichts gewesen. Bis zum nächsten Mal. Leider.

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