Müllgebühren steigen: Mehrere Gründe

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Die andauernde Vermüllung der Wertstoff-Sammelstellen führt in letzter Konsequenz jetzt zu höheren Müllgebühren.

Lüdenscheid - „Für das Jahr 2016 ist eine durchschnittliche Erhöhung der Abfallentsorgungsgebühren um 5,9 Prozent erforderlich.“ Darüber wird der Werksausschuss am Donnerstag unter anderem zu befinden haben.

Die Gründe für die Erhöhung seien relativ leicht zu erklären, erläutert Werksleiter Heino Lange und verweist unter anderem auf allgemeine Kostensteigerungen in Höhe von rund 1,5 Prozent. Interessant aber auch: Obwohl die Einwohnerzahl sinke, bleibe die Abfallmenge eher konstant. Das heißt: „Die Gesamtkosten werden auf weniger Köpfe verteilt.“ Die eher konstante Abfallmenge erkläre sich auch aus der steigenden Anzahl von Single-Haushalten, die „ein anderes Trennverhalten“ hätten.

Apropos trennen: Seit Anfang des Jahres würden auch „Bioabfälle getrennt gesammelt“. Zum Hintergrund: Der Inhalt der Biotonnen werde mittlerweile nach Witten in eine neue Biogas-Anlage zur Stromerzeugung gefahren. Das sei ein gewisser Mehraufwand, hänge aber mit neuen Vorgaben aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zusammen. Mehrkosten für die getrennte Sammlung von Bio- und Grünabfällen samt Transport: rund 80 000 Euro pro Jahr.

Besonders ärgerlich für den Gebührenzahler: Einer der Haupt-Kostentreiber ist hausgemacht: die andauernde Vermüllung der Wertstoff-Sammelstellen. „Wir räumen es schneller weg, damit das Stadtbild besser aussieht“, sagt Heino Lange. Außerdem zeige die Erfahrung, dass dort noch mehr Müll abgelagert werde, wo schon welcher liege. Deshalb fährt der STL jetzt zweimal täglich, und das an sechs Tagen die Woche, die 27 am stärksten frequentierten Standorte an und reinigt sie. Diese Kosten von 80 000 Euro im Jahr hat die Allgemeinheit zu tragen.

Bislang sorgte der hohe Marktpreis für Schrott direkt für Gebührensenkungen. Der Preis-Effekt erweist sich nun als Nachteil: „Rege Eigenvermarktung“ durch Bürger, vor allem aber unberechtigte „Sammler“ und Diebe – all das reduziere Ertrag und Erlöse. Auch deshalb weist Lange darauf hin, dass nicht alles an den Straßenrand muss: „Größere Mengen Schrott holen wir selbstverständlich auch direkt ab.

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