Engpässe beim STL

Müllabfuhr im MK in Corona-Zeiten: Am Morgen fehlten 30 Leute

Abfallentsorgung am Müllwagen
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Die STL-Männer Alex Schulz, Heinz Walter Haake und Jan Schulze (von links) im Einsatz Am Kettenberg in Gevelndorf: Der sowieso schon harte Job bei der Müllabfuhr ist in Corona-Zeiten noch anstrengender geworden.

Die Corona-Pandemie hat auf die Arbeit des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs Lüdenscheid (STL) „mehr als reichlich durchgeschlagen“.

Lüdenscheid - In einer öffentlichen Bekanntgabe berichtete STL-Chef Heino Lange am Donnerstagabend in der Sitzung des Werksausschusses über eine lange Reihe von Problemen, die zu einem unschönen Ergebnis geführt hätten. „Das Stadtbild stellt sich erheblich schlechter dar, als ich mir das wünschen würde.“

Der Ausbruch der Pandemie und das stetige Ansteigen der Inzidenzen hat sich demnach in mehrfacher Hinsicht auf die Personaldecke des STL ausgewirkt. Wie Heino Lange erklärt, habe er Leute an das Rechts- und Ordnungsamt für dessen Kontrolltätigkeit abgeben müssen, dazu kamen „eigene Corona-Fälle“. Deutlichstes Beispiel: „In einem Fall waren 30 Leute von einem Tag auf den anderen nicht mehr im Dienst.“

Also mussten Löcher gestopft werden. Um das Kerngeschäft, die Müllabfuhr, weiter aufrecht erhalten zu können, wurden Männer aus den Reinigungsdiensten abgezogen und auf den Müllwagen beordert. Folglich konnten Mängelmeldungen von Bürgern aus einzelnen Reinigungsbezirken nicht mehr abgearbeitet werden.

Der Lockdown des Einzelhandels bedingte zudem ein vermehrtes Aufkommen von Versandkartons. Zusatzschichten wurden fällig. Und weil viele Menschen zuhause blieben und etwa ihre Keller entrümpelten, stieg die Menge des Sperrmülls tageweise um 40 Prozent, so der Werkleiter.

Erschwerend komme nach wie vor die Unsitte von vornehmlich jungen Leuten hinzu, Feten im Freien zu feiern und ihren Abfall einfach liegen zu lassen. Der STL-Werkleiter: „Wir springen von einem Party-Hotspot zum nächsten, um aufzuräumen.“ Er hoffe für die Zukunft auf ein „vernünftigeres Verhalten der Lüdenscheider“.

Werksausschuss-Vorsitzender Daniel Kahler (CDU) und Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (SPD) sind sich einig, dass die Beschäftigten des STL „trotz aller Engpässe“ in der Pandemie einen „Super-Job“ machen. Wagemeyer: „Neben dem Rechts- und Ordnungsamt oder der Feuerwehr waren die Stadtreiniger auch in schwierigen Zeiten immer absolut zuverlässig.“

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