Gewagt, gewagt...

Motto-Wochen: Mit Pelz, Mini und Limo durch die Kälte

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Die Abiturienten vom Staberg genossen es sichtlich, mal in andere Rolle schlüpfen zu können. Perücken standen Hoch im Kur

LÜDENSCHEID - Wenn sich Jungs wahlweise mit schweren Goldketten behängen oder als Dragqueen verkleiden und die Mädchen trotz Schnee und Minusgraden die kürzesten Röcke mit Pelzjäckchen kombinieren, kann das nur einen Grund haben: Es ist Motto-Woche.

Von Alisa Kannapin

Zurzeit werfen sich die Abitur-Jahrgänge des Bergstadt-Gymnasiums (BGL) und des Geschwister-Scholl- und des Zeppelin-Gymnasiums (Staberg) jeden Tag in eine andere witzige Montur. Bei den Abiturienten des BGLs lautete das Motto am Donnerstag „Berufe“. Das eher allgemein gehaltene Motto nutzten viele Schüler, um mal komplett in eine andere Rolle zu schlüpfen. Ob Fischer, Putzfrau, Obdachloser, Bauarbeiter oder Zuhälter – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

Zwei Schülerinnen verkleideten sich als sexy Prostituierte und als freizügige Krankenschwester – nicht ganz ihre Traumberufe, aber der Spaß stand bei der Aktion einfach im Vordergrund. „Die meisten haben sich abgesprochen, dass wir uns heute eher sexy verkleiden“, erzählt eine von ihnen.

Motto-Woche am Staberg und BGL:

Motto-Woche am Staberg und BGL

Shari Kowalewski vom Staberg investierte zusammen mit sechs Freunden sogar noch mehr, um den Motto-Tag perfekt abzurunden. Die Freunde mieteten sich für eine Stunde eine ganze Limousine, Sekt inklusive. „Die Limousine kostet 150 Euro für eine Stunde – aber das war es uns wert“, erzählt Kowalewski. Ein Freund hatte das Angebot bei Facebook gesehen und die Abiturienten wollten sich den Spaß nicht entgehen lassen. Denn das lange Gefährt war das perfekte Accessoire für das nicht ganz offizielle Motto „Nutten und Zuhälter“ des Stabergs.

Denn das wollten die Schulleitungen eigentlich so nicht durchgehen lassen, sodass das Motto kurzfristig in „Generation Internet“ umgewandelt werden musste. Das Verbot hinderte die Abiturienten vom Staberg aber nicht daran, sich darüber hinweg zu setzen und trotzdem recht freizügig in der Schule aufzukreuzen. Trotz Schnee und Kälte trugen vor allem die Abiturientinnen des Stabergs sexy Klamotten – Strapse, Pelzjäckchen und möglichst viel nackte Haut waren da natürlich Pflicht.

Hendrik Bitter (19) und Alexander Schlag (20) warfen sich ausnahmsweise in Frauen-Klamotten. Kurze Röcke, ausgestopfte Tops und Pumps mit Absätzen gehörten natürlich dazu – auch wenn die Jungs damit eher durch den Schnee torkelten, als liefen. „Die Schuhe habe ich mir im Kostümverleih in Iserlohn ausgeliehen“, erklärt Bitter, der sich als blonde Sekretärin verkleidet hatte.

Alexander Schlag hat das Frauen-Kostüm deswegen gewählt, weil er Lust hatte, sich mal richtig zu verkleiden. Als Zuhälter aufzutauchen sei ihm zu einfach gewesen. „Ich wollte mir mal ein bisschen mehr Mühe geben“, sagt er. Das hat er auch – 45 Minuten verbrachte er am Donnerstagmorgen im Bad, um sich für seinen Auftritt zu schminken und herzurichten. Kleidung musste er für sein Outfit aber nicht extra besorgen: „Ich habe mich bei meiner Schwester und bei Freundinnen an den Kleiderschränken bedient“, erzählt Schlag.

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