Beziehungstat in Lüdenscheid

Café-Betreiber aus Lüdenscheid soll Frau in ihrer Wohnung erwürgt haben

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Der Mann soll die Frau erwürgt haben. 

Lüdenscheid – Tatort Lüdenscheid: Weil sie ihn betrogen hat, soll der gehörnte Liebhaber seine Geliebte erwürgt haben. War es Mord?

Die Todesumstände und die tragischen Hintergründe der Beziehung will das Schwurgericht am Landgericht Hagen ab dem kommenden Donnerstag, 1. August, aufklären. Dabei geht es auch um die Frage: War es Mord? 

Am 25. Februar 2019 gegen 17.15 Uhr taucht der 40-jährige Lüdenscheider mit seinem Bruder auf der Polizeiwache auf und gibt an, dass er „etwas Dummes“ gemacht habe. Die Polizei fährt daraufhin zur Wohnung seiner „Bekannten“ in der Lohmühlenstraße und findet die Leiche der 44-jährigen Frau. 

Der 40-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Es wird Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Auch die Anklage lautet auf Totschlag. Demnach droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren. Vor Prozessbeginn hat das Landgericht aber bereits darauf hingewiesen, dass stattdessen auch ein Schuldspruch wegen Mordes aus sogenannten „niedrigen Beweggründen“ in Betracht kommt. 

Niedere Beweggründe können neben Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebs und Habgier bei Würdigung des Einzelfalls auch Ausländerhass, Rache, Neid und Eifersucht sein. Für Mord sieht das Gesetz im Regelfall eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. 

Laut Gericht sollen sich der Angeklagte und die später Getötete vor mehreren Jahren kennengelernt haben. Der Lüdenscheider soll sie im November 2017 in dem damals von ihm betriebenen Café als Aushilfe angestellt und in der Folgezeit ein Verhältnis mit ihr begonnen haben. Die Liaison flog auf. 

Als seine langjährige Freundin ihn deswegen im März 2018 verlassen habe, soll er diese auf offener Straße geschlagen und getreten und ihr anschließend nachgestellt haben. Zunächst hatte es vonseiten der Staatsanwaltschaft geheißen, der Mann sei bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. 

Ende des Jahres 2018 soll seine neue Geliebte dann eine sexuelle Beziehung zu einem anderen Mann aufgenommen haben. Spätestens im Februar 2019 soll der 40-Jährige einen entsprechenden Verdacht gehegt haben. Ersten Berichten zufolge soll er seinen Nebenbuhler am Abend zuvor in der Wohnung angetroffen haben, später soll er zur Wohnung seiner Geliebten zurückgekehrt sein.

Laut Gerichtsmitteilung soll der Angeklagte in den frühen Morgenstunden des 25. Februars mehrfach erfolglos Einlass in ihre Wohnung begehrt haben. Gegen 5 Uhr ließ sie ihn dann doch ein. Im Zuge eines Streits soll er sein Opfer dann zunächst geschubst haben, wodurch sie gestürzt sei und sich eine kleine Verletzung am Hinterkopf zugezogen habe. Im weiteren Verlauf habe er seine Geliebte dann erwürgt. 

Für das Verfahren sind insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird für den 27. August erwartet.

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