Mord an der Autobahn: Urteil ist jetzt rechtskräftig

LÜDENSCHEID ▪ Das Urteil im Fall „Mord an der Sauerlandlinie“ bleibt bestehen. Wie die Pressestelle des Landgerichts Hagen gestern mitteilte, hat der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom 4. November die Revision des Ange-klagten als unbegründet verworfen.

Das Jugendschwurgericht hatte den jetzt 22-jährigen Mann in einem Indizienprozess nach 23 Verhandlungstagen am 19. Januar wegen Mordes zu einer Freiheits-strafe von 14 Jahren verurteilt. Nach den Feststellungen der Kammer hatte er das Opfer am 31. August in Lüden-scheid auf dem Rastplatz Sterbecker Siepen an der A 45 gemeinsam mit einem nach wie vor flüchtigen Onkel des Opfers aus niedrigen Beweggründen erschossen. Vorausgegangen war dem ein Familientribunal, welches den Tod des Opfers beschlossen und die Angeklagten als Vollstrecker auserkoren hat. Als Motiv sah die Kammer die westlich orientierte Lebensweise der jungen Frau an, welche die übrige Familie abgelehnt und als Ehrverletzung angesehen habe. Die Behauptungen des Angeklagten hielt die Kammer für widerlegt, weil sie bereits in sich widersprüchlich war und zudem nicht in Einklang mit Verbindungsdaten von Mobiltelefonen, dem Obduktionsergebnis und dem Spurenbild am Tatort stand.

Zu seinen Gunsten war die Kammer davon ausgegangen, dass nicht der Angeklagte, sondern der Onkel den tödlichen Schuss in den Kopf abgegeben hatte. Gleichwohl ist sie von einem gemeinsamen Tatplan und damit einer Mittäterschaft ausgegangen.

Da der Angeklagte zum Tatzeitpunkt Heranwachsender war, hatte die Kammer nach Jugendstrafrecht eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren statt einer lebenslangen Freiheitsstrafe verhängt. Dieses Urteil ist laut Pressemitteilung jetzt rechtskräftig.

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