Rückkehr der Abschlussklassen

Montag ist in Lüdenscheid wieder Schule: Lehrer erwarten ihre Schüler zurück

Unabhängig von der Entscheidung in der Bund-Länder-Konferenz, werden die meisten Klassenräume in der Region an Rosenmontag leer bleiben.
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Noch sind die Klassenräume der Schulen im Märkischen Kreis leer. Ab Montag kehren zumindest die Abschlussklassen wieder zum Präsenzunterricht zurück.

Am Montag geht er wieder los - der Präsemzunterricht an den Schulen im Märkischen Kreis. So gehen die Schulen mit der neuen Situation um:

Lüdenscheid – Lernpakete, Videokonferenzen, Online-Aufgaben: Seit mehr als zwei Monaten lernen die Schüler im Distanzunterricht, haben seitdem kein Schulgebäude mehr betreten, sehen Lehrer und Mitschüler bestenfalls über den Bildschirm. Am Montag kehren zumindest einige von ihnen wieder zeitweise in die Einrichtungen zurück. Für Grundschulkinder und Schüler der Abschlussjahrgänge gelten Wechsel-Modelle – in verschiedenen Umsetzungen:

Tinsberger Schule

„Anders als im vergangenen Jahr haben die Schulleiter bei der Umsetzung des Wechselunterrichts mehr freie Hand“, erläutert Tadi Ortolf, Schulleiterin der Tinsberger Schule. Zwar stehen alle Schulleiter in Kontakt, doch letztlich müsse und könne die Umsetzung nur ganz individuell vonstatten gehen. „Das hängt einfach von den personellen und räumlichen Gegebenheiten, aber auch den Bedürfnissen der Schüler ab“, betont sie. An ihrer Schule werden die Klassen in zwei Gruppen geteilt und erhalten in zwei Schichten am Vormittag Präsenzunterricht. Für die restliche Zeit gebe es Aufgaben, die zu Hause erledigt werden müssen. Nach der Prüfung anderer Modelle habe man sich in Ansprache mit allen Beteiligten für dieses Konzept entschieden, das unter anderem auch deshalb möglich sei, weil es an der Schule keine Buskinder gebe. „Wir sind alle heilfroh, wenn wir die Kinder wieder vor der Nase haben und damit ganz anders auf die individuellen Bedürfnisse eingehen können“, sieht Ortolf dem Montag mit Freude entgegen.

Knapper Schule

Und das ist auch an der Knapper Schule nicht anders: Auch dort ist die Vorfreude groß – nicht zuletzt weil damit die Hoffnung verbunden ist, vor Ort mit den Kindern wieder enger und effektiver arbeiten zu können. „Das macht dann einfach wieder zufriedener“, verweist Schulleiterin Heike Weiland-Günther darauf, wieder individueller auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können. Auch an ihrer Schule wird das Wechselkonzept umgesetzt – mit geteilten Klassen in zwei Schichten pro Tag. Somit sei jedes Kind täglich in der Schule, erhalte Präsenzunterricht in den Hauptfächern und werde für den Rest der Zeit mit erweiterten Hausaufgaben versorgt.

Pestalozzi-Schule

Ähnlich sieht es an der Pestalozzi-Schule aus, wo die Schüler ebenfalls in geteilten Klassen und zwei Schichten in die Schule kommen – die Zwei- bis Viertklässler an vier Tagen, die Erstklässler an fünf Tagen. „Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, weil die Schulanfänger einfach noch die meiste Unterstützung benötigen“, weiß Schulleiterin Barbara Vulic um die schwierige Situation der Jüngsten. Für die verbleibende Zeit gibt es Lernpakete. Auch wenn der Distanzunterricht zuletzt funktioniert und man die Kinder gut erreicht habe, müsse man nun sehen, wo die Kinder stehen. „Wir freuen uns alle sehr, die Schüler wieder in Empfang nehmen zu können.“

Grundschule Wehberg

Für zwei beziehungsweise drei Vormittage in der Woche kehren die Grundschüler vom Wehberg an ihre Schule zurück, für die übrigen Tage gibt es Aufgabenpakete. „Wir haben dann täglich alle Jahrgänge hier, aber jeweils nur eine der beiden Klassen“, erläutert Schulleiterin Bettina Göldner. Dieses Modell habe bereits im vergangenen Jahr gut funktioniert und sei angesichts des Raumangebots –nicht zuletzt im Hinblick auf die Notbetreuung – an der Schule das passende. „Die Voraussetzungen sind einfach an jeder Schule anders“, weiß Göldner. Auch wenn der Distanzunterricht zuletzt gut geklappt habe, freue sich auch ihr Kollegium, die Kinder wiederzusehen. „Denn gerade die jüngeren Schüler brauchen einfach die direkte Ansprache und Anleitung.“

Westschule

Das Zwei- beziehungsweise Drei-Tage-Modell wird ab Montag auch an der Westschule umgesetzt – wobei die Jahrgänge ebenfalls unterteilt sind. „Das ist für uns das Konzept, das im Hinblick auf die Gegebenheiten am besten passt“, macht Julia Langmesser, stellvertretende Schulleiterin, deutlich. „Und es bietet den Eltern eine gewisse Sicherheit.“ Bei aller Freude, die Kinder wiederzusehen, ist die Pädagogin aber auch zwiegespalten. „Wegen der Corona-Mutationen mache ich mir schon Gedanken“, verweist sie darauf, dass ihre Schule bislang coronafrei durch Herbst und Winter gekommen sei. „Daher hätte ich den Distanzunterricht auch noch zwei Wochen fortsetzen können“, betont sie, dass sich zuletzt alles gut eingespielt habe. „Jetzt wissen wir einfach nicht, was auf uns zukommt.“

Bergstadt-Gymnasium

Am Bergstadt-Gymnasium werden für jeden Kurs zwei nebeneinander liegende Räume bereitgestellt. „So können die Lehrer entscheiden, ob sie die Klasse auf die beiden Räume aufteilen müssen“, sagt Schulleiter Dieter Utsch. Von der ersten bis zur sechsten Stunde geht es für die Schüler der Qualifikationsphasen eins und zwei in den Präsenz-unterricht. „Die siebte bis zehnte Stunde findet dann zu Hause statt. Wobei es in der siebten und achten Stunde keine Videokonferenzen geben wird“, erklärt Utsch. Insgesamt 195 Schüler werden am Montag am BGL erwartet, mehr dürfen es laut Utsch auch erst mal nicht werden. „Angesichts des immer noch hohen Inzidenzwertes ist das jetzt schon ambitioniert. Allerdings sind wir froh, dass die Schüler zurückkommen. Wir wollen ein Abitur in geregelter Form durchziehen. Dafür ist der Präsenzunterricht ganz wichtig.“

Geschwister-Scholl-Gymnasium

Rund 160 Schüler der Klassen elf und zwölf werden am Geschwister-Scholl-Gymnasium erwartet. „Wir freuen uns die Schüler wieder im Präsenzunterricht beschulen zu dürfen“, sagt Schulleiterin Michaela Knaupe, die von verschiedenen Maßnahmen spricht, die im Vorfeld ergriffen wurden: „Neben den bekannten Maßnahmen wie beispielsweise der Bereitstellung von Desinfektionsmitteln haben wir zusätzliche Räume für die Aufteilung der Kurse vorgesehen.“

Zeppelin-Gymnasium

156 Schüler erwartet René Jaques am Montag am Zeppelin-Gymnasium. „Es wird uns gelingen, die Abstände einzuhalten. Dazu werden die Kurse teilweise geteilt“, sagt der kommissarische Schulleiter. Der Präsenzunterricht werde wieder voll aufgenommen. Lediglich der Schulsport werde noch für eine Woche ausgesetzt.

Freie Christliche Haupt- und Realschule

Die Freie Christliche Haupt- und Realschule empfängt am Montag 85 Zehntklässler. „Wir haben die zehnten Klassen in zwei Halbgruppen aufgeteilt“, erklärt Schulleiter Rainer Brecht. Es gebe keinen digitalen Unterricht mehr, sagt er zudem. „Wir haben genug Klassenräume und Lehrer. Deshalb wird es bei uns nur Präsenzunterricht geben. Das kann sich natürlich wieder ändern, wenn die anderen Schüler auch wieder in die Schule zurückkehren dürfen.“

Theodor-Heuss-Realschule

Die Theodor-Heuss-Realschule hat die Präsenzphasen der Abschlussklassen aufgeteilt. „Es wird Wechselunterricht mit A- und B-Tagen geben. So werden immer rund 60 Schüler in der Schule sein, die auf fünf Klassenräume aufgeteilt unterrichtet werden“, sagt Schulleiterin Christiane Langs-Blöink. Zudem werde eine Webcam in den Klassenzimmern installiert. So könne die A-Gruppe den Unterricht der B-Gruppe von zuhause aus verfolgen. „Es wird allerdings kein Hybridunterricht sein. Die Schüler, die zuhause sitzen, werden den Unterricht lediglich verfolgen können.“ Von der Wiederöffnung der Schule für die Abschlussklassen ist die Schulleiterin jedoch nicht ganz überzeugt. „Ob das für den Märkischen Kreis die richtige Lösung ist, bleibt abzuwarten. Der Inzidenzwert ist ja doch noch ziemlich hoch.“

Richard-Schirrmann-Realschule

An der Richard-Schirrmann-Realschule werden am Montag 66 Schüler erwartet. Dabei setzt die 1. Konrektorin Maren Schwarzelmüller auf einen versetzten Unterrichtsbeginn. Deshalb werden die drei Abschlussklassen in einem halbstündigen Takt zwischen acht und neun Uhr den Unterricht wieder aufnehmen. „Zunächst wird es nur für die Fächer Deutsch, Mathe und Englisch einen Präsenzunterricht geben, der vier Regelstunden plus eine Förderstunde je Fach vorsieht“, sagt Schwarzelmüller. Die restlichen Unterrichtsstunden werden weiterhin auf Distanz gelehrt.

Hauptschule Stadtpark

An zwei Tagen wird die zehnte Klasse an der Hauptschule Stadtpark im Präsenzunterricht beschult. „Die Schüler werden montags und mittwochs in der Schule sein und in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch unterrichtet“, erklärt Schulleiter Thomas Lammers. Alle anderen Fächer werden auf Distanz unterrichtet. Um die etwa 40 Schüler besser schützen zu können, wurde die Klasse in zwei Lerngruppen aufgeteilt, und es werden feste Sitzplätze festgelegt. Außerdem habe Lammers mit dem Hausmeister Spuckschutz installiert und Desinfektionsmittel aufgestellt.

Adolf-Reichwein-Gesamtschule

„Wir tragen dem hohen hohen Inzidenzwert Rechnung und haben entschieden, dass zunächst nicht alle Schüler gleichzeitig in die Schule kommen werden“, sagt Frank Bisterfeld, Schulleiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule. Die Schüler der Qualifikationsphase 2 (Q2) werden komplett am Montag erwartet. Die Schüler der Q1 werden in A- und B-Gruppen aufgeteilt. Zudem gebe es eine Hybridform des Unterrichts. „Das heißt, dass zum Beispiel die Schüler der A-Gruppe im Präsenzunterricht sind und die B-Gruppe den Unterricht von zuhause aus verfolgt“, erklärt Bisterfeld, der den Präsenzunterricht zeitlich „gerne noch etwas nach hinten verschoben“ hätte.

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