18 Meter lang und drei Meter hoch

"Monstrum" an der Parkstraße: "Wen soll die Mauer schützen?"

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Um die Mieter nachts vor Autolärm zu schützen, wurde diese Schutzwand an der Parkstraße errichtet.

Lüdenscheid – Mittendrin und auf den ersten Blick etwas willkürlich gesetzt mutet eine Mauer zwischen den Wohnhäusern an der Parkstraße 124 an.

Erst kürzlich wurde sie hochgezogen, ist stolze 18 Meter lang und etwa drei Meter hoch. Sie trennt offensichtlich die Auffahrten der dortigen Mehrfamilienhäuser, steht frei zwischen den Grundstücken. 

Doch die Mieter fragen nun: „Warum setzt man so ein Monstrum dahin? Wen soll die Mauer vor wem schützen?“ Denn Lärm mache keiner, weder die dort ansässige Pizzeria noch die Mieter. „Bisher haben wir uns da alle recht wohl gefühlt“, schreibt ein Mieter des Hauses. 

Keine Beschwerden von Anwohnern

Und wahrlich: Beschwerden von Anwohnern gab es keine, auch seitens der Pizzeria hieß es, dass keine Lärmbelästigung bekannt sei. Dennoch wurde die große Betonmauer aus Lärmschutzgründen gebaut. Den Auftrag dazu erteilte die Stadt Lüdenscheid – auf Basis eines Gutachtens. 

Hintergrund ist das Wohnquartier „Stadtpark“, dessen Bauarbeiten bereits 2018 auf dem ehemaligen Bolzplatz am Waldschlösschen begonnen haben. Die Vermögensverwaltungsgesellschaft Quast hatte die Fläche erworben, auf dem Areal wurden zwei Gebäudekomplexe mit 40 Wohnungen errichtet – inklusive dazugehöriger Stellplätze und einer Zufahrt. 

Nachts ist es zu laut

Weil die Zufahrt eine Neuerung darstellte, war ein Lärmgutachten erforderlich, sagt Sven Prillwitz als Pressesprecher der Stadt Lüdenscheid. „Daraus ging hervor, dass die Emissionsrichtwerte, die durch an- und abfahrende Fahrzeuge sowie durch das Zuschlagen von Fahrzeugtüren entstehen, tagsüber eingehalten werden, nachts aber eben nicht.“ 

Deshalb sei die Lärmschutzwand errichtet worden, um die Mieter vor Lärm zu schützen. „Die Mauer musste der Investor bauen lassen, also die Vermögensverwaltungsgesellschaft Quast“, heißt es weiter. Die Stadt müsse sich aus rechtlichen Gründen an diese Vorgaben halten. Egal, ob sich die Mieter tatsächlich vom Autolärm gestört fühlten oder nicht.

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