Barrierefreiheit für VHS und Musikschule

Monika Schwanz, stellvertretende Vorsitzende der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen, und Dietmar Klebon übergaben 215 Unterschriften an Dieter Dzewas. -  Foto: Messy

Lüdenscheid - Im Namen der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen haben die stellvertretende Vorsitzende Monika Schwanz und Mitglied Dietmar Klebon am Dienstag 215 Unterschriften an Bürgermeister Dieter Dzewas übergeben.

Die Unterzeichner unterstützen damit eine Petition, die eine barrierefreie VHS und Musikschule einfordert. Darin heißt es, es könne nicht hingenommen werden, dass Menschen aufgrund ihrer Behinderungen von VHS-Kursen ausgeschlossen werden oder Kurse abbrechen müssten. Dies sei faktisch eine Diskriminierung im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention und der nationalen Gesetze. Die Interessenvertretung votiert daher für einen Umzug von VHS und Musikschule in die Albert-Schweitzer-Hauptschule, die, wie berichtet, 2014 frei wird.

Noch ist darüber keine Entscheidung gefallen. „Dort wäre eine Anpassung an die Barrierefreiheit möglich“, betonten Monika Schwanz und Dietmar Klebon. „Somit könnten durch die räumliche Verlagerung der beiden Institutionen auch Menschen mit einem Handicap die Veranstaltungen nutzen und müssten nicht in andere Städte ausweichen.“

Dietmar Klebon, selbst an den Rollstuhl gefesselt, musste diese Erfahrung machen, als er sich 2006 zu Kursen anmelden wollte und er aufgrund fehlender Barrierefreiheit notgedrungen nach Hagen, Hohenlimburg und Dortmund ausweichen musste und betont aus seiner Sicht: „Das Wesen der Volkshochschulen in NRW wird durch das Weiterbildungsgesetz bestimmt. Darin heißt es: ,Jede und jeder hat das Recht, die zur freien Entfaltung der Persönlichkeit und der freien Wahl des Berufs erforderlichen Kenntnisse und Qualifikationen zu erwerben und zu vertiefen.’ Also auch Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen keine Treppen steigen können oder eine andere Behinderung haben.“

Im Gesetz könne er aber nicht finden, dass die VHS die Aufgabe habe, die Altstadt zu beleben, den Einzelhandel und die Gastronomie zu unterstützen oder dem Apotheker aus der Wilhelmstraße und seiner Frau einen bequemen Weg zur VHS zu bieten.

Bürgermeister Dieter Dzewas versprach, die Petition in Kopien weiter an die Fraktionen zu leiten und sagte: „Sie laufen mit ihrer Petition bei mir offene Türen ein.“ - my

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