Der Glanz der höfischen Lebensart

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Viel Bewegung und detailverliebte Kostüme brachten die Akteure auf die Bühne.

Lüdenscheid - Die Arie des Prinzen Kalaf zu Beginn des 3. Aktes der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini, 1926 in Mailand uraufgeführt, gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Kompositionen der Opernliteratur, und das nicht erst, seitdem der Brite Paul Potts „Nessun dorma“ („Keiner schlafe“) zugunsten der Telekom im Sommer 2008 in einem Werbespot massentauglich machte. Donnerstagsbend stand sie selbstverständlich auf dem Programm, als die Moldawische Nationaloper mit großem Orchester, Chor und Solisten im Kulturhaus aufspielte.

Knappe zwei Stunden präsentierten die Künstler vor einer (vielleicht auf Grund der gesalzenen Eintrittspreise oder auch des ungünstigen Wochentages) ausgesprochen übersichtlichen Zuschauerkulisse „Sterne der Oper“, führten in die Welt der großen Arien und Duette, boten ein Fest für Opernfreunde. Mit einer Portion Wiener Schmäh moderierte der österreichische Schauspieler Peter Josch charmant den Abend, erzählte so ganz nebenbei Wissenswertes über Verdi, über Mozart und Puccini und darüber, welche heute in jedem guten Haus gegebene Oper einst mit einem Misserfolg startete. Solche gab’s als Entrée in den Abend George Bizets „Carmen“ und „Der Barbier von Sevilla“, beide bei ihrer Uraufführung verlacht und ausgebuht. Die szenische Inszenierung faszinierte mit einem pompösen Bühnenbild, mit kraftvollen Stimmen und detailverliebten Kostümen, die den Glanz höfischer Lebensart widerspiegelten.

Zu den Höhepunkten zählte nach der Pause der Gefangenenchor aus Nabucco, ebenfalls ein weltberühmtes Stück aus der Musikgeschichte. Die wenigen Gäste, die den Weg ins Kulturhaus angetreten hatten, zollten der Moldawischen Nationaloper am Ende stehend Applaus – und das zu recht. - rudi

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