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Möglicher Blackout im MK: „Schnell und sicher reagieren“

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Von: Jan Schmitz

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Kreisbrandmeister Michael Kling.
Kreisbrandmeister Michael Kling. © Thomas Krumm

Der MK bereitet sich vor dem Hintergrund der Gasmangellage und der Energiekrise auf ein Szenario eines „länger andauernden Stromausfalls“ im anstehenden Winter vor.

Lüdenscheid – Der Märkische Kreis bestätigte in dieser Woche auf Anfrage, dass man sich mit einem „Blackout“ beschäftigt. Die Hoffnung ist, dass es nicht dazu kommt. Für den Fall der Fälle will und muss der Kreis aber gewappnet sein. Bei Kreisbrandmeister Michael Kling laufen im Katastrophenfall die Fäden zusammen. Er beantwortete die Fragen von Jan Schmitz.

Wie ist die Zuständigkeit des Katastrophenschutzes geregelt?

Für den Katastrophenschutz ist der Märkische Kreis zuständig. Sowohl bei Großeinsatzlagen als auch bei Katastrophen leitet der Kreis die Abwehrmaßnahmen und hält hierfür zwei Stäbe vor. Die Einsatzleitung MK leitet alle operativen Maßnahmen der Einsatzkräfte vor Ort, der Krisenstab der Kreisverwaltung koordiniert alle administrativen Maßnahmen der Behörden. Grundlage hierfür ist das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz des Landes NRW. Verwaltungsseitig laufen die Vorbereitungen für einen möglichen Blackout über den Fachdienst Brand- und Bevölkerungsschutz und den Kreisbrandmeister.

Welche Einrichtungen fallen unter kritische Infrastrukturen?

Kritische Infrastrukturen sind Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. Hierzu gehören im Märkischen Kreis unter anderem auch die Energie- und Wasserversorger und die medizinische Versorgung wie beispielsweise Krankenhäuser.

Wer ist zuständig für die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastrukturen bei einem Blackout?

Betreiber kritischer Infrastrukturen sind dazu verpflichtet, selbst angemessene organisatorische und technische Vorkehrungen zu treffen, die für die Funktionsfähigkeit der von ihnen betriebenen kritischen Infrastrukturen maßgeblich sind. Ferner haben Betreiber kritischer Infrastrukturen die Erfüllung ihrer Sicherheitspflicht alle zwei Jahre auf geeignete Weise nachzuweisen sowie bestimmte Kooperations-, Registrierungs- und Meldepflichten.

Gibt es Testläufe zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastrukturen?

Sowohl im Bereich der Einsatzleitung MK als auch im Krisenstab werden sogenannte Planbesprechungen und Übungen durchgeführt, um im Falle eines Stromausfalls schnell und sicher reagieren zu können.

Ist für den Katastrophenfall genügend Diesel vorrätig für Feuerwehr und Rettungsdienst?

Sowohl die Kommunen als auch wir als Kreis haben bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen, um bei einem Stromausfall weiterhin Treibstoffe zu bekommen.

Ist der Einsatzplan Stromausfall vor dem Hintergrund der aktuellen Energielage verschärft worden?

Wir haben für den Fall eines Stromausfalls einen Alarm- und Einsatzplan Stromausfall. Dieser wird kontinuierlich fortgeschrieben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Energielage wurde dieser Plan grundlegend erneuert und an die Bedürfnisse angepasst. Auch in den nächsten Wochen wird weiterhin gemeinsam mit den Kommunen dieser Plan fortgeschrieben. Hierin werden insbesondere die Konzepte für die Kraftstoffsicherstellung und redundante Systeme zur Kommunikation festgelegt, wie zum Beispiel die Anschaffung von Satellitentelefonen.

Das Stromnetz ist überlastet, Deutschland muss tagelang ohne Strom auskommen - ein Horror-Szenario. Im Falle eines Blackouts kann eine Notfall-Liste helfen.

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