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Modellprojekt: Grippe-Impfung jetzt auch in der Apotheke

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Von: Hans-Georg Gottfried Dittmann

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Burkhard Waimann von der Lünsche Apotheke in Lüdenscheid nimmt an einem Modellprojekt teil, bei dem die Grippeimpfung in Apotheken verabreicht wird.
Burkhard Waimann von der Lünsche Apotheke nimmt an einem Modellprojekt teil, bei dem die Grippeimpfung in Apotheken verabreicht wird. © Hans-Georg Gottfried Dittmann

Die Diskussion um „niedrigschwellige Impfangebote“ gab es auch schon vor Corona. Zum Beispiel bei der Immunisierung gegen eine „normale“ Grippe, die in der Regel in Arztpraxen oder vom Betriebsarzt verabreicht werden.

Lüdenscheid – In einem Modellprojekt wollen die AOK und der Apothekerverband Westfalen Lippe (AVWL) testen, wie ein Impfangebot in Apotheken angenommen wird. Der Märkische Kreis ist eine der elf Testregionen, in Lüdenscheid nimmt derzeit nur Burkhard Waimann, Inhaber der Lünsche Apotheke, an dem Projekt teil. Diese Impf-Möglichkeit können nur AOK-Versicherte ab 18 Jahren nutzen, Mitglieder anderer Krankenkassen müsse er an den Hausarzt verweisen, erklärt der Apotheker.

„Die Impfung darf nur ich verabreichen“, sagt Waimann, der als einziger Mitarbeiter in seiner Apotheke die notwendige Schulung absolviert hat. Dazu gehöre auch ein Vorgespräch, wie es Patienten vom Arzt gewohnt seien, um über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. Impfstoff sei aktuell noch genug vorhanden, generell werde auch ohne Termin geimpft. „Es ist aber sinnvoll, sich vorher telefonisch oder persönlich zu erkundigen, wann eine Impfung möglich ist oder einen Termin zu vereinbaren“, erklärt der Apotheker.

Verimpft werden zwei verschiedene Vakzine. „Ein Impfstoff für Personen bis zu einem Alter von 60 Jahren, ein weiterer für ältere Menschen“, sagt Waimann. Der Unterschied: Die Wirkstoffkonzentration für die Ü-60-Fraktion sei viermal höher dosiert als für die jüngeren Semester. „Generell ist die Impfung sehr gut verträglich“, versichert der Apotheker. So sei es bei gesunden Menschen möglich, die Corona-Impfung in den linken und die Grippe-Impfung in den rechten Arm zu spritzen.

Auch wenn das Covid-19-Virus häufiger schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle verursache, sei die „normale“ Influenza nicht zu unterschätzen, sagt Waimann.

Ein zusätzliches Geschäft auf Kosten der niedergelassenen Mediziner sei nicht seine oder die Absicht seiner Kollegen: „Es ist nicht das Ziel der Apotheken, den Ärzten Kunden wegzunehmen.“ Es sei vielmehr mit den Impfbussen im Zusammenhang mit der Corona-Impfung zu vergleichen. „Es geht darum, den Zugang zu vereinfachen, damit mehr Menschen sich impfen lassen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, sei das Impfangebot in Apotheken ein richtiger Schritt.

Bisher nehmen 14 Apotheken im Märkischen Kreis, unter anderem in Altena, Kierspe, Plettenberg und Schalksmühle, an dem Modellprojekt teil. In Lüdenscheid können sich Patienten aktuell nur in der Lünsche Apotheke impfen lassen, doch weitere Apotheken können noch hinzukommen.

„Das Projekt steckt derzeit noch in der Aufbau- und Organisationsphase. Deshalb bitten wir die Patienten, zunächst in den Apotheken nachzufragen, zu welchen Zeiten die Impfungen angeboten werden können“, sagt der AVWL-Vorstandsvorsitzende Thomas Rochell. Die Liste werde im Übrigen laufend um weitere Impf-Apotheken aktualisiert, die sich dem Modellvorhaben anschließen.

Eine Liste aller teilnehmenden Apotheken finden Sie hier.

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