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Modekette schließt Filiale: Nächster Leerstand in der Fußgängerzone droht

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Von: Leon Malte Cilsik

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Gina Laura Filiale,  Lüdenscheid, Wilhelmstraße 20
Der Räumungsverkauf in der Gina Laura Filiale, Wilhelmstraße 20, geht noch bis zum 10. November. Dann verlässt ein weiteres Modegeschäft Lüdenscheid. © Malte Cilsik

Das Online-Shopping belastet die Innenstädte seit Jahren. Corona gab vielen Geschäften den Rest. So auch in der Lüdenscheider Wilhelmstraße.

Lüdenscheid – Noch läuft der Räumungsverkauf, doch am 10. November 2021 wird die Gina Laura-Filiale in der Wilhelmstraße das letzte Mal ihre Türen öffnen.

Dabei liefen die Geschäfte vor Corona noch sehr gut, die Filiale florierte, wie Geschäftsführerin Sabine Pfennig sagt. Doch während andernorts alles wieder öffnet, habe die Zentrale in Rastede die Schließung des Standorts Lüdenscheid beschlossen. Nach dem Lockdown lief der Umsatz nur noch bescheiden. „Wir bemerken schmerzhaft die boomenden Internetverkäufe. Außerdem glaube ich, dass viele unserer Kunden die vergangenen anderthalb Jahre genutzt haben, um den eigenen Kleiderschrank genau zu erkunden. Wir erlebten zuletzt fast nur noch reine Bedarfskäufe“, resümiert Pfennig die Folgen der Pandemie für das Modegeschäft.

Sie hätte dennoch gerne weitergemacht: „Ich glaube, wir hätten das geschafft. Unsere Stammkundschaft kommt nach wie vor und erkundigt sich nach der Lage.“ Doch diese bestehe vorwiegend aus Rentnern, die nicht im Internet einkaufen wollen. Und damit kamen zuletzt nicht mehr genug Leute in den Laden, um den Standort zu halten.

Pfennig befürchtet, mit der Schließung Teil eines Trends zu werden. „Generell ist Lüdenscheid ein schwieriger Standort für das Modebusiness. Corona und das Online-Shopping haben die Branche hart getroffen. Vor allem um die Wilhelmstraße sorge ich mich, die macht seit Jahren keinen guten Eindruck mehr.“

Weder Pfennig noch die anderen zwei Lüdenscheider Mitarbeiterinnen wurden an einem anderen Standort übernommen. „Das Filialnetz von Gina Laura wird vielerorts ausgedünnt und entsprechend wahrscheinlich auch das Personal“, vermutet Pfennig.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Lea Hüvelmeier-Schmidt, Pressesprecherin der Gina Laura übergeordneten Popken Fashion Group, die Probleme des stationären Textilhandels durch die Corona Pandemie: „Unser Filialnetz war sehr stark von den weitreichenden staatlich angeordneten Verkaufsbeschränkungen während der Lockdown-Phasen betroffen, was im Geschäftsjahr 2020 und auch in der ersten Jahreshälfte 2021 zu deutlichen Umsatzverlusten geführt hat.“ In Kombination mit dem jahrelangen Trend zum Online-Shopping habe dies die Filialschließung in Lüdenscheid notwendig gemacht. Angesprochen auf die nun arbeitslosen Mitarbeiterinnen gab Hüvelmeier-Schmitdt lediglich die Antwort, dass sich das Unternehmen stets um neue Angebote für diese bemühe.

Zuletzt schloss in Lüdenscheid bereits die Adler-Modemarkt-Filiale an der Schillerstraße ihre Türen (wir berichteten).

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