Mobiles Rathaus:Das Bürgeramt kommt zum Bürger

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Von links Thomas Ruschin, Wolfgang Padur, Jill Koch und Raissa Schreiber bei der Vorstellung des mobilen Bürgerbüros, das am 19. August in den Testbetrieb geht.

Lüdenscheid - Das Bürgerbüro des Rathauses wird mobil. Erstmals am Mittwoch, 19. August, ab 9 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Altenzentrum werden nahezu alle Leistungen des städtischen Fachdienstes auch dezentral abrufbar sein.

Noch geht es um den Testbetrieb für den Zeitraum von drei Monaten. Bewähre sich das Angebot, könnte es im möglicherweise einwöchigen Turnus in wechselnden Senioreneinrichtungen etabliert werden, erläuterten zur Vorstellung der Beigeordnete Thomas Ruschin und Wolfgang Padur, Leiter des Bürgerbüros. Voraussetzung sei die entsprechende Nachfrage und dass über den Gebührenaufschlag die laufenden Kosten gedeckt werden könnten. Im Testlauf sei das Angebot jedoch kostenfrei, um das Interesse auszuloten.

An-, Ab- und Ummeldungen, Beglaubigungen, Anwohnerparkausweise, sogar Ausweis- und Passanträge samt Foto und Fingerabdruckregistrierung können Raissa Schreiber, Jill Koch und weitere sechs Kolleginnen und Kollegen an ihrem mobilen Arbeitsplatz erledigen. Das gilt für die Bewohner der Einrichtungen, aber auch für Nachbarn, denen der Weg in die Stadt vielleicht zu beschwerlich ist.

Möglich wird das Angebot durch einen etwa 15 Kilogramm schweren schwarzen Koffer, der es in sich hat. Drucker, Scanner, Notebook und weitere Peripheriegeräte sind über eine schnelle Internet-Funkverbindung (LTE) direkt mit dem Rathaussystem verbunden.

Es handele sich bei der Idee um ein „Mitbringsel aus Berlin“, seiner früheren Wirkungsstätte, erläutert Ruschin das Projekt. Dort seien mehrere der Koffer im Einsatz gewesen. Ziel sei es, Menschen die für sie aufwändigen Behördengänge abzunehmen. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung versehe er das mobile Bürgerbüro als inklusives Angebot.

Zusätzliches Personal wird dafür nicht eingestellt. Man werde mit dem Büro an Tagen unterwegs sein, an denen der Andrang im Rathaus selbst weniger stark sei, so Padur. Montage, Donnerstage und der Monatsbeginn seien daher weniger geeignet.

Was die Bürger letztlich zusätzlich bezahlen müsse, ergebe sich aus der Nachfrage. 210 Euro Miete an die Bundesdruckerei als Verleiher müssen monatlich aufgebracht werden. Die Stadt könne diese Kosten in ihrer Haushaltslage nicht als freiwillige Leistung übernehmen, macht Ruschin deutlich.

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