Stipendium für Xavier Paez

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Die vier jungen Stipendiums-Bewerber stellten ihre Musik vor.

Lüdenscheid -   Ulrich Frenschkowski, Vorsitzender der Märkischen Kulturkonferenz, verglich die Auswertung zu später Stunde mit einem 100-Meter-Lauf. Der eine käme nur Bruchteile vor dem anderen ins Ziel. So sei’s gewesen, als die Jury des Auswahlkonzertes am Mittwochabend über die vier Saxophonisten diskutierte mit dem Ziel, einem von ihnen ein mit 12 000 Euro dotiertes Stipendium zu übergeben. Am Ende hatte der junge Musiker Xavier Larsson Paez die Nase vorn.

Zuvor hatten er, Lukas Stappenbeck, Claudia Jope und Ivan Tumanov im Kulturhaus ihre musikalischen Visitenkarten abgegeben. Den Anfang machte Stappenbeck mit einer fulminanten Interpretation von Fernande Decrucks „Sonate en C“, am Klavier begleitet von Jang Eun Bae. Auf hohem Niveau entlockte der Musiker dem Saxophon eher selten gehörte Töne, wird doch das Instrument in aller Regel mit dem Jazz in Verbindung gebracht. Zum Abschluss erzählte er William Albrights „Sonata for Alto Saxophone et Piano“ musikalisch eine traurige Geschichte.

Paez legte zunächst ohne Klavierbegleitung los, empfahl in seinem zweiten Stück dem Publikum, keine Angst vor der Komposition Edison Denisovs zu haben, auch wenn’s laut wird. Für das kräftige Stück räumte der junge Musiker sogar die Notenständer zur Seite. Zum Abschluss schließlich baute sich Paez gleich fünf Notenständer nebeneinander auf, um die Partitur für den „Worksong“ aus der Feder Christian Laubas auszubreiten, ein tunesischer Komponist und progressive Saxophonmusik.

Claudia Jope eröffnete nach der Pause – begleitet von Ingo Quast am Klavier – ihren Vortrag mit einer kraftvollen Komposition von Jacques Ibert und endete mit Barry Cockcroffs „Beat me“, Musik, bei der das Saxophon auch die Töne des E-Basses, der Gitarre, des Schlagzeugs und einer Art Didgeridoos erfüllen muss. Der junge Saxophonist Ivan Tumanov moderierte schließlich seine Stücke charmant an, trug mit Begleitung von Nadezda Tseluykina am Klavier zum Auftakt die „Fantasie sur un thème original“ von Jules Demmersmann vor, einer der ersten französischen Komponisten, die Musik für das damals neu entwickelte Saxophon schrieb. Ukrainische Scherenschnitt, ein Stück des US-amerikanischen Musiker und Modern Jazzers Phil Woods und Piet Swerts „Klonos“ komplettierten seinen Vortrag.

Danach hieß es für Interpreten und Konzertgäste: Warten. Nicht mehr im Konzertsaal, sondern im Foyer des Kulturhauses gab Frenschkowski schließlich das Ergebnis der Juryberatung bekannt. Am liebsten hätte er auch einen Sonderpreis an die hervorragenden Pianisten vergeben, ließ er wissen.

Für den jungen Saxophonisten Xavier Larsson Paez zumindest beginnt mit der Übergabe des Stipendium ein relativ sorgenfreies Musikerjahr 2015. - rudi

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