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MK-Stadt plant „schnelle Eingreiftruppe“ für Elternzeit, Mutterschutz, Vakanzen

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Von: Olaf Moos

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Deutschland ist noch immer das Land der Faxgeräte - und Aktenberge.
Symbolbild © picture alliance/dpa

Die Verwaltungsspitze im Rathaus will ihre etwas mehr als 1000 Beschäftigten entlasten – und eine dreiköpfige „schnelle Eingreiftruppe“ bilden.

Lüdenscheid - Der Ratsausschuss für Beteiligungen, Finanzentwicklung und Verwaltungsmodernisierung (BFV) verabschiedete in dieser Woche eine Beschlussvorlage, in der Personaldezernent Dr. Karl Heinz Blasweiler von jährlichen Kosten von 150 000 Euro ausgeht.

Wie Dr. Blasweiler in seinem Papier schreibt, betrete die Verwaltung mit diesem Konzept Neuland. „Aussagefähige Ergebnisse werden nach einer Laufzeit von drei Jahren erwartet.“

Immer wieder gab es nach Worten des Personaldezernenten im Rathaus „längerfristige Stellenvakanzen“ – etwa durch längere Erkrankungen, Mutterschutz- und Elternzeiten oder erfolglose Ausschreibungen. Zwar seien die vorhandenen Mitarbeiter verpflichtet, vertretungsweise zusätzliche Aufgaben zu erledigen.

Sie seien „im Regelfall jedoch mit dem eigenen Arbeitsgebiet bereits voll ausgelastet. Im Ergebnis war jeweils eine Art Mangelverwaltung zu betreiben, wodurch einerseits wichtige Aufgaben nicht oder nicht fristgerecht erledigt werden konnten“, so Dr. Blasweiler.

Aber auch die Arbeit an der Lösung des Problems scheint nur verzögert stattgefunden zu haben. Denn schon im Dezember 2019 hatte der Hauptausschuss die Verwaltung mit der Prüfung der Frage beauftragt, ob ein Stellenpool als „schnelle Eingreiftruppe“ eingerichtet werden kann.

Offenbar steckt der Teufel im Detail. Zum einen fehlte es noch an einer Umfrage zum tatsächlichen Bedarf in den Fachdiensten. Andererseits sei ein flexibler Personaleinsatz kaum mit den „beamten-, tarif-und stellenbewertungsrechtlichen Rahmenbedingungen“ in Einklang zu bringen.

Das vorläufige Ergebnis der Verhandlungen zwischen Personalrat und Verwaltungsspitze steht nun fest: Es sollen drei Planstellen im Bürgeramt eingerichtet werden. Die neuen Mitarbeiter werden dann bei Bedarf zur Unterstützung in anderen Fachdiensten eingesetzt. Die Dauer eines Einsatzes soll drei Monate betragen, in Ausnahmefällen auch sechs Monate.

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