MJO: Viel Lohn für intensive Arbeit

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Thomas Grote arbeitet seit der Gründung 1989 als Dozent für das MJO. 2011 übernahm er die Leitung des Orchesters.

Lüdenscheid - Rund 60 Jugendliche und junge Erwachsene, vorwiegend aus dem Märkischen Kreis, aber auch aus den Regionen drumherum, erarbeiten noch bis morgen intensiv das neue Programm des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO). Die jungen Musiker und ihre Dozenten – angeführt von Orchesterleiter Thomas Grote – haben sich dazu in die Jugendherberge in Wipperfürth zurückgezogen.

Die Winterprobenphase ist diesmal etwas kürzer als in früheren Jahren, aber das gewohnt anspruchsvolle Programm unter dem Titel „Vielen Dank für die Blumen... Ohne Strauß ins neue Jahr“ ist so konzipiert, dass das möglich ist. Ein rund anderthalbstündiges Konzert – diesmal ohne Pause – erwartet die Zuhörer bei den in den nächsten Tagen anstehenden MJO-Konzerten. Werke von Emil Nikolas Reznicek, Wolfgang Amadeus Mozart, Jules Massenet, Nico Dostal und Amilcare Ponchielli studieren die jungen Musiker dafür ein. Die Moderation übernimmt, wie bei den vergangenen Konzerten, Stephan Quandel.

Letzterer ist Musikstudent, Komponist und Arrangeur und bereitet gemeinsam mit Thomas Grote die Aufführungen und Probenphasen vor. Der 25-jährige Quandel selbst wurde 2003 als Jugendlicher Mitglied des Jugendsinfonieorchesters und ist ihm seitdem verbunden geblieben. Diese Verbundenheit ist es, die Thomas Grote bei vielen Musikern und Dozenten beobachtet – und die ihn selbst umtreibt. Der Cellist ist seit der Gründung des Märkischen Jugendsinfonieorchesters als Dozent dabei. Später übernahm er immer wieder vertretungsweise die Leitung. Seit 2011 ist er Chefdirigent des MJO, der vierte in der 25-jährigen Geschichte des Orchesters.

Viele Musiker bleiben dem MJO verbunden

Die meisten der jungen Musiker sind Musikschüler aus dem Märkischen Kreis, einige kommen auch aus angrenzenden Regionen. Viele spielen in weiteren Orchestern, beispielsweise ihrer Musikschulen, erzählt Thomas Grote. Um mit dieser Arbeit nicht zu konkurrieren, hat das MJO von Beginn an eine besondere Arbeitsweise entwickelt.

Jeweils im Sommer und im Winter wird zu sogenannten Arbeitsphasen eingeladen. Aktuell sind es rund 60 Teilnehmer, im Sommer sind es in der Regel eher um die 80. erzählt Thomas Grote. Eingeladen werden immer alle aktuellen MJO-Musiker. Dazu gibt es Vorspiele, bei denen sich neue Musiker vorstellen können. Diese Vorspiele dienen aber vor allem der Einstufung, damit die Dozenten einschätzen können, wie die neuen Musiker eingesetzt werden können Fast alle der Instrumentalisten, die sich vorstellen, spielen später auch im MJO.

Grote ist stolz darauf, mit wie viel Engagement sich die jungen Leute in den sehr intensiven Arbeitsphasen einbringen. Auch ihn selbst und die Dozenten – allesamt erfahrene Orchestermusiker –bringen diese „sehr konzentrierten Phasen von sehr viel Arbeit in sehr kurzer Zeit“, immer wieder an die emotionale und körperliche Belastungsgrenze“. Aber zu erleben, wie sich die Jugendlichen darauf einlassen, bereit sind, intensiv mit ihren Instrument zu arbeiten und schließlich Konzerte auf dem hohen Niveau eine Sinfonieorchesters geben, das ist und bleibt für ihn die Motivation, immer wieder den Spagat zwischen der Tätigkeit als Orchestermusiker und als Chefdirigent des MJO zu leisten. Was Grote an seinem Beruf liebt, ist die „Chance, großartige Musik mit internationalen Spitzenprofis gemeinsam erarbeiten zu dürfen und im Falle vom MJO – wie ich finde – sehr erfolgreich an die nächste Generation weitergeben zu können.“ Sein Dank gilt dabei auch dem Märkischen Kreis und auch dem Förderverein des MJO für die fortwährende Unterstützung.

Konzert beim Festakt zum Kreis-Geburtstag

Die jüngsten Musiker des Orchesters sind 13 oder 14 Jahre alt. Die Spanne reicht bis Anfang 20. Im Durchschnitt bleiben sie vier bis fünf Jahre im Orchester. „Manche kommen auch während des Studiums wieder und nehmen an der einen oder anderen Probenphase teil“, berichtet Grote. Trotz der zeitlich begrenzten Arbeit sind auch beim MJO der demographische Wandel und der zunehmende Zeitdruck durch die verkürzte Schulzeit zu bemerken – auch der Wegfall von Wehr- und Zivildienst führen dazu, dass einige weniger lange den Orchester treu bleiben, erläutert der Dirigent. Um so mehr ist das MJO auf regelmäßigen „Nachschub“ angewiesen.

Die aktuelle Probenphase endet morgen mit einem Konzert in Lindlar, das um 17 Uhr beginnt. Ein nicht öffentliches Schulkonzert findet am 9. Januar in Iserlohn statt, bevor das MJO für Samstag, 10. Januar, ab 18 Uhr in die Stadthalle Werl einlädt. Am Sonntag, 11. Januar, gibt es das für die aktuelle Winterprobenphase einzige öffentliche Konzert im Märkischen Kreis. Es findet im Rahmen des Festaktes zum 40-jährigen Bestehen des Märkischen Kreises im Festsaal Riesei in Werdohl statt und beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. - Von Bettina Görlitzer

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