Mittelalterliches Familienfest lockt in die Lüdenscheider Altstadt

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Siggi, der Barde zog singend durch die Altstadt.

Lüdenscheid - Edle Frauen in langen Gewändern, Männer in weiten Hemden, mit Westen darüber und engen Hosen,  Kinder als Ritter und Prinzessinnen verkleidet: Gestern beim mittelalterlichen Familienfest hielten Gestalten aus vergangenen Zeiten Einzug rund um die Erlöserkirche.

Das mittelalterliche Familienfest, zu dem der Verein Alstadt Lüdenscheid eingeladen hatte, fügte sich gut in das historische Ambiente und lockte viele Besucher zum Bummel über den Graf-Engelbert-Platz und die angrenzenden Gassen.

Vereinsvorsitzende Sigrid Schroeder freute sich: „Wir sind super zufrieden, dass die Leute trotz des Regens kommen und auch bleiben.“ Das sagte sie etwa zur Halbzeit des Festes – als der Kuchenvorrat, den der Verein aufgeboten hatte und der Reibekuchenteig bereits deutlich zur Neige gingen. Aber es gab ja noch zahlreiche andere kulinarische Leckereien, von den Gastronomen der Altstadt auf die Tische gezaubert. Es war die zweite Auflage des Festes, die gestern zum Bummel durch die Altstadt lockte. Es war ein kleines, gemütliches Fest, das gut in das Ambiente zwischen alten Gemäuern und Kopfsteinpflaster passte.

Viele der Besucher waren der Einladung des Vereins gefolgt, sich in mittelalterliche Gewänder zu kleiden. Die Theatergruppe „Die Pömpler“ sorgte mit dem Stück „Der Freischütz von Pungelscheid“ nach einer Legende aus dem heimischen Sagenschatz für Unterhaltung. Die Geschichte um einen glücklosen Jäger, der seine Seele dem Teufel verkauft, um eine Zauberkugel zu bekommen, passte in das mittelalterliche Szenario, ebenso wie die Musik der Gruppe Galahad, die ihrerseits ebenfalls die eine oder andere Geschichte zum Besten gab.

Mehr als zufrieden mit dem großen Interesse waren die Bogenschützen des Brügger Schützenvereins. Sie hatten vor der Stadtbücherei zwei Zielscheiben aufgebaut, so dass jeder, der wollte, sich im Bogenschießen versuchen konnte. „Wir sind froh, dass es regnet“, war am Stand zu hören. Denn mehr Interessenten wären kaum noch zu bewältigen gewesen.

Aber nicht nur auf dem Platz konzentrierte sich das Geschehen: Auch in den Gassen der Altstadt gab es noch den einen oder anderen Stand. So konnte beim Drahtmuseum aus Altena Schmuck aus Draht hergestellt werden. Einen mobilen Schmiedeofen hatten Nils Iderhoff und Christian Ritter vom Bremecker Hammer mitgebracht, so dass bei ihnen gelegentlich die Funken stoben.

Einblicke in historisches Handwerk gab es zum Beispiel beim Korbflechten und beim Ziselieren, das Goldschmiedin Barbara Niclas vorführte. In einem Haus war ein Gruselkeller eingerichtet. Dort galt es, herauszufinden, welche Geräusche zwischen Fledermäusen und Skelett zu hören sind. Unterhalb der Erlöserkirche waren die Kinder mit der Goldsuche beschäftigt.

So konnten sich alle über ein gelungenes Fest freuen, bis der Regen dann richtig einsetzte. - Von Bettina Görlitzer  

Mittelalterliches Familienfest in der Altstadt

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