Mitreißende Premiere der Lüdenscheider Altstadtbühne

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Ach ist das traurig: Peter Zimmer in der Rolle des Rupert Jones und Karin Link als Nachbarin Inga Peterson spenden einander Trost.

Lüdenscheid - Ein Sprung nach vorne ist der Lüdenscheider Altstadtbühne mit der Inszenierung von Jack Popplewells Komödie „Liebling, ich bin da!“ geglückt. Die Inszenierung der Regisseurinnen Sigrid Wistinghausen und Marlis Behnke hebt den bisweilen skurrilen Witz Popplewells fein heraus und beschert herrliche komödiantische Momente.

Das war einmal eine Premiere auf höchst gediegenem Niveau und einer der Darsteller vermochte mitzureißen: Bernd Vetter als fröhlich hintertriebenes Schlitzohr Robin Nightingale hielt vom ersten Moment seines Erscheinens auf der Bühne in Bann, blieb stets unter Spannung und köstlich komisch in diesem Stück der Endsechziger Jahre, da beim Ehepaar Jones Rollentausch ansteht. Er ab in die Küche und sie auf den Chefsessel der maroden Seifenfabrik.

Der Clou dieses Stückes ist die Tatsache, dass es aufgrund der Entstehungszeit einen Blick zurück in die Gegenwart darstellt und damit hochaktuell ist. Das macht Spaß – wie auch die Reaktionen des Publikums anlässlich der Premiere vor ausverkauftem Haus zeigten. Spontanes Gelächter, sanfter Missmut, Szenenapplaus belegten, dass man sich prächtig amüsierte.

Beziehungsreich wurde der Abend mit Charles Aznavours Chanson „Du lässt dich geh’n“ eröffnet. Erst dann ging der Vorhang auf, startete die für heutige Verhältnisse ein wenig arg gedehnte Exposition, geriet das Ehepaar Rupert (Peter Zimmer) und Celia (Heike Vetter) in den Blick. Fazit: Beide sind mit ihrem Leben unzufrieden. Und deshalb geht man geht einander auf den Zeiger. Rollentausch. Von da ab gewinnt das Spiel an Fahrt, ist Pfeffer im Geschehen drin.

In großer Rolle gewann Peter Zimmer an Fahrt und spielte sich zum Vergnügen des Publikums immer mehr frei. Partnerin Heike Vetter schaffte den Sprung vom frustrierten Frauchen am Herd zur selbstbewussten Unternehmerin. Daran hatten auch Maske und die für die Kostümierung verantwortliche Veronique Leitgeb ihren Anteil. Letztere verpasste Peter Zimmer zudem eine absolut schrille museumsreife Schürze und Kopftuch. Dazu das ernste Gesicht Zimmers. Ein Brüller. Dies zeigt auf, dass viele kleine Details am Rande diese durchdachte Inszenierung bereichern und zu einem großen Vergnügen werden lassen. Kommt hinzu, dass das Ensemble insgesamt beherzt aufspielt.

Insgesamt sechs Monate Probenarbeit haben die Akteure vor und hinter der Bühne mit der Premiere abgeschlossen und in der Tat eine in sich stimmige Aufführung präsentiert. Zu den Gästen des Abends zählte unter anderem der erste Beigeordnete der Stadt, Wolf-Dieter Theissen. Stellvertretend für die Ehrenamtlichen, die von der Altstadtbühne eingeladen wurden, konnten Mitglieder des Cafeteriavereins des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und des THW der Premiere beiwohnen. - usc

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