Mitreißende und phantasievolle Premiere

Aufwändig war die Walfischkulisse in der evangelischen Kirche Oberrahmede im Vorfeld gestaltet worden.

LÜDENSCHEID – „Total genial“ ist der Stoff, aus dem das Musical „Jona – geflohen, verschluckt und ausgespuckt“ ist.

Dabei bringt der Titel auf den Punkt, worum es in der alttestamentlichen Vorlage geht: Um den Propheten Jona, der vor seiner Aufgabe auf ein Schiff flieht und von der Besatzung ins Meer geworfen wird, als ein Sturm aufzieht. Doch Jona ertrinkt nicht, sondern wird von einem Wal verschluckt und ist, von diesem wieder an Land gespuckt, letztendlich bereit, seinen Auftrag auszuführen und der Stadt Ninive Gericht zu predigen. Das Besondere daran: Etwa 60 Kinder und 37 jugendliche Helfer haben dieses Stück selbst geplant, Dialoge entwickelt, einige Lieder geschrieben und die Kulisse kreiert. Nach vier intensiven Probetagen gab es zum Abschluss des Projektes in der Evangelischen Kirche Oberrahmede eine mitreißende Premiere vor vielen Gästen, Eltern und Gemeindemitgliedern.

In einem Film zeigte das jugendliche Technikteam die Erlebnisse der letzten vier Tage und nahm die Gäste mit in den Entstehungsprozess.

Phantasievoll arrangiert gab es mit dem Lied „Geh, geh nach Ninive“ einen temperamentvollen Einstieg in die Geschichte. Dabei dienten Mülleimer, Blechdosen, Besen und Gießkanne als Rhythmusgeräte. Das nächste Lied „Eine Reise ohne Ziel“ thematisierte gefühlvoll Jonas Umherirren bei seiner Flucht sowie dessen Perspektivlosigkeit als Folge seines Ungehorsams. Dass es dabei nicht blieb, besangen die jungen Künstler ebenfalls: Der aufziehende Sturm, musikalisch im Lied „Wellen“ ausgedrückt, gipfelte in Jonas unfreiwilligem Aufenthalt im Fischbauch, aus dem der Prophet aus tiefster Kehle schreit: „Ich will hier raus!“ Jona kam heraus, und dass er eine Menge gelernt hatte, wurde in den letzten Liedern deutlich: „Du bist mein Ziel“ präsentierte sich als starkes Bekenntnis des Propheten an einen mächtigen Gott. Jona resümiert: „Ich hab‘s verstanden. Ich höre jetzt auf dich“. Begleitet wurden die Lieder von Markus (Keyboard), Julian (Schlagzeug) und Daniel (Bass).

Diese Uraufführung mit vielen solistischen Besetzungen war zugleich auch die letzte: Denn die in jedem Jahr erarbeiteten Musicals werden nur einmal als Abschluss der Projekttage aufgeführt. Dankesworte gab es für die Mütter, die Kuchen gespendet hatten, sowie für den Obdachlosen-Freundeskreis, der am Samstag kochte. „Ich bin berührt, dass hier eine ganze Generation Jugendlicher nachrückt, die diese Arbeit leitet“, so Pastorin Monika Deitenbeck-Goseberg. So hatten Lea Görge und Chiara Striewski das Zepter an die erst sechzehnjährigen Mädchen Sina Kattwinkel und Marleen Emmerich übergeben, die mit ihrer Unterstützung erstmals dem Projekt vorstanden. Viel wohlverdienten Applaus gab es am Ende für die Akteure, die nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurden.

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