Sanierungsgutachten liegt vor

330 Mitarbeiter! Unternehmen im MK wendet drohende Pleite im letzten Moment ab

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Die Wirtschaftsdienste Hellersen GmbH. 

Lüdenscheid – Aufatmen bei 330 Mitarbeitern: Die Wirtschaftsdienste Hellersen GmbH sind vorerst gerettet. Der Betrieb läuft weiter, die drohende Insolvenz ist abgewendet. Dafür nehmen die Mitarbeiter auch Einbußen in Kauf.

In der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch stellte ein Berliner Wirtschaftsprüfer die Ergebnisse seines Sanierungsgutachtens (nach IDW S6) vor. Darin hatte der Experte umfangreich geprüft, ob die Widi überhaupt eine Zukunft hat. 

Berücksichtigt wurden dabei auch schon Maßnahmen, die die Geschäftsführung (André Koch,Tanja Engel) in diesem Jahr neu auf den Weg gebracht hatte. Die Erstellung eines Sanierungsgutachtens nach IDW S6 ist ein Standardverfahren bei Unternehmen, die sich in einem kritischen Zustand befinden. 

Banken knüpfen ihre Kreditvergabe an eine positive Prognose – und in diesem Fall auch der Märkische Kreis. Denn: Um die eigene Tochter Widi zu retten, hatte der Kreiskämmerer im Winter einen Kredit über 7 Millionen Euro in Aussicht gestellt. 

Nach dem positiven Bescheid könnte das Geld nun fließen, doch laut Aufsichtsratsvorsitzendem Ralf Schwarzkopf, ist es „aus heutiger Sicht sehr realistisch, dass wir es nicht benötigen“. Schließlich könne man mit den zugesagten 7 Millionen Euro des Kreises im Rücken mit den Banken ganz anders verhandeln – aus einer Position der Stärke heraus, sagt Schwarzkopf. 

Der Aufsichtsratsvorsitzende lobte Geschäftsführung, Betriebsrat, Gewerkschaft und Belegschaft für die gemeinsamen Anstrengungen zur Rettung der Widi. So machten vor allem die Beschäftigten Zugeständnisse. 

Sie verzichteten im Rahmen der Tarifverhandlungen auf eine künftige Gehaltserhöhung und leisten zudem täglich eine halbe Stunde Mehrarbeit ohne Lohnausgleich. Im Zuge der Prozessoptimierung gehören zudem Nachtschichten der Vergangenheit an. Die Streichung der früher üblichen Schichtzulagen spüren die Mitarbeiter ebenfalls im Portemonnaie. 

Zwar habe es einige Entlassungen gegeben, „aktuell sind aber keine weiteren Personalmaßnahmen geplant, höchstens, dass wir noch neue Leute einstellen“, sagt Schwarzkopf. Nun befinde man sich in einer Konsolidierungsphase.

So soll noch in diesem Jahr die Sterilgutaufbereitung in Witten/Herdecke aufgegeben werden. Ein Käufer steht bereit, eine Absichtserklärung sei unterzeichnet. Zudem soll die Widi noch stärker an die Märkische Kliniken Holding angebunden werden. Künftig übernimmt die Widi die interne Logistik auf dem Gelände des Klinikums – ein zusätzlicher Auftrag auf dem Weg in ruhigeres Fahrwasser.

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