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Mit Live-Ergebnissen: Offizielle Schadstoffmessung an A45-Umleitung

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Von: Leon Malte Cilsik

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Das Abladen und Aufstellen des Messcontainers am Dienstagvormittag dauerte rund 45 Minuten, der Verkehr blieb davon kaum beeinflusst. Mehrere Stunden verbrachten die angereisten LANUV-Mitarbeiter anschließend mit der Einrichtung der Messgeräte.
Das Abladen und Aufstellen des Messcontainers am Dienstagvormittag dauerte rund 45 Minuten, der Verkehr blieb davon kaum beeinflusst. Mehrere Stunden verbrachten die angereisten LANUV-Mitarbeiter anschließend mit der Einrichtung der Messgeräte. © Cedric Nougrigat

Nachdem der Regionalsender Sat1 NRW bereits Grenzwertüberschreitungen an der Lennestraße dokumentierte, gibt es nun auch eine staatliche Messstation. Die Daten könnten über mögliche Gegenmaßnahmen entscheiden.

Lüdenscheid – Es scheint im ersten Augenblick bloß wie ein weiterer von den durchschnittlich rund 6000 Lkw, die aktuell pro Tag über die Lennestraße fahren. Doch dieser hier hat eine besondere Fracht geladen und hält mit ihr an der Hausnummer 71.

Es handelt sich um einen mit mehreren Messinstrumenten bestückten Container vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). Grund für seinen Transport nach Lüdenscheid ist unter anderem die Anfangs angeführte Zahl an Last- und Sattelzügen, welche ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro Ende März bei einer videobasierten Verkehrszählung ermittelte.

Der Container bekam einen extra Stromanschluss.
Der Container bekam einen extra Stromanschluss. © Cedric Nougrigat

Anschließend modellierte das LANUV auf Basis der Verkehrsdaten – rund 20 000 Fahrzeuge befahren die Lennestraße täglich – und Parametern wie dem Wetter und Gebäudehöhen die Schadstoffbelastung in der Luft. „Die Ergebnisse lagen nahe bei den gesetzlichen Grenzwerten, sodass wir diese nun mit einer exakten Messung prüfen“, sagt Pressesprecherin Anja Klosterköther, die den Aufbau begleitete. Für den Bereich zwischen Hausnummer 60 und 75 kam die höchste Belastung heraus, sodass hier auch die Erhebung stattfinden soll – am gleichen Ort wie bei einer damals befundlosen Messung 2015.

Ergebnisse im Internet

Mindestens bis Ende 2023 steht dort daher fortan der LANUV-Container. „Für ein belastbares Ergebnis benötigen wir die Daten eines ganzen Kalenderjahres“, erklärt Klosterköther. Über ein Ansaugsystem auf dem Dach gelangt die Luft zu den Messsystemen im Inneren, die quasi kontinuierlich – zum Beispiel im Fünf-Sekunden-Takt – die Schadstoffbelastung messen. In Form stündlicher Durchschnittswerte können die Daten für Feinstaub, Ozon, Stickoxide und Ruß ab Donnerstag auf der LANUV-Webseite angesehen werden. Später sollen die Ergebnisse auch über die App des Umweltbundesministeriums zugänglich gemacht werden.

Der Blick ins Innere des Messcontainers.
Noch im Aufbau: Ein Blick ins Innere des Messcontainers. © Cedric Nougrigat

„Unser Fokus liegt hier durch den hohen Lkw-Anteil auf den Stickoxiden, der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im jährlichen Mittel“, führt Klosterköther aus. Dauerhafte Überschreitungen würden sich vor allem in Form von Atemwegsreizungen bemerkbar machen.

Sollten diese festgestellt werden, bleibe der Container auch über 2023 an seinem Platz – bis wieder eine bessere Luftqualität nachgewiesen werden kann. „Wenn gewollt, kann das LANUV in diesen Fällen konkrete Handlungsempfehlungen geben“, sagt Klosterköther. Auf Basis der Erhebungen, könnten Maßnahmen mit einer Modellrechnung auf ihre Effektivität geprüft werden.

Das sagen die Anwohner

Die Anwohner freuen sich darüber, dass nun endlich etwas passieren könnte. „Ich rieche die Abgase, sobald ich nur kurz lüfte. Und sehen kann ich sie auch – am Flugrost auf dem Fenster“, sagt David Wahl. Auch Carsten Prillwitz ist sich sicher: „Sie werden wohl eine deutliche Grenzwertüberschreitung feststellen. Die Frage ist nur, ob danach auch etwas passiert.“

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