Minister Lienenkämper sagt „Ja“ zum Schneckenhaus

LÜDENSCHEID – Die Turbo-Schnecken können ihre Pläne von einem eigenen Vereinsheim unter dem Dach des Industriedenkmals „Hesse & Jäger“ weiterverfolgen. NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper sagte während einer Stippvisite direkt vor Ort zu, das ehrgeizige Vorhaben mit Geld aus dem Topf der Denkmalpflege unterstützen zu wollen. Die Zuschüsse fließen allerdings erst ab 2011. Und: Wie viel Geld es unterm Strich tatsächlich geben wird, steht derzeit auch noch nicht fest.

„Für mich ist der Denkmalschutz eine wichtige Aufgabe des Landes“, sagte Lienenkämper. Von dem Projekt der Turbo-Schnecken sei er nicht nur überzeugt, weil der Breitensportverein ein stadtbildprägendes Industriedenkmal erhalten wolle, sondern auch, weil die künftige Nutzung vielversprechend sei. Lienenkämper: „Wir haben hier ein Projekt, das ungewöhnlich kreativ, ungewöhnlich mutig, aber auch ungewöhnlich seriös angepackt wird.“ In den vergangenen Monaten habe das Vorhaben zwar schon häufiger vor dem Aus gestanden, weil sich verschiedene Fördermöglichkeiten dann doch nicht als realisierbar erwiesen hätten, der Landtagsabgeordnete Bernd Schulte (CDU) aber habe sich hinter den Kulissen immer wieder stark gemacht für das Schneckenhaus. „Er hat’s praktisch reanimiert“, sagte Lienenkämper mit Blick auf Schulte.

Brigitte Klein als Vorsitzende der Turbo-Schnecken zeigte sich erleichtert, bezeichnete die Zusage des Ministers aber eher vorsichtig auch nur als „Zwischenergebnis“. Immerhin muss der Verein jetzt größere finanzielle Hürden stemmen als ursprünglich kalkuliert. Denn weil die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen sollen, kommen die Turbo-Schnecken um eine Vorfinanzierung nicht herum. „Jetzt werden sich alle Beteiligten schnellstmöglich an einen Tisch setzen müssen, damit die Bewilligung auch offiziell erfolgen und das weitere Vorgehen abgestimmt werden kann“, sagte Bernd Schulte.

Bürgermeister Dieter Dzewas sprach – auch in Vertretung des Geschichts- und Heimatvereins – von einem guten Tag für Lüdenscheid und für den Denkmalschutz. „Hesse & Jäger“ bleibe der Stadt erhalten, und zwar nicht nur „im musealen Sinn, sondern mit einer zeitgemäßen und breiten Nutzung“. Die Stadt werde im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag leisten, um die Turbo-Schnecken zu unterstützen. Dzewas: „Es gibt jedenfalls keine Rückzugstendenzen der Politik.“

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