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Millionen für Mikrosekunden: Vodafone baut Netz im MK aus

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Von: Hans-Georg Gottfried Dittmann

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Dieser Vodafone-Mast hinter dem Waldfriedhof in Lüdenscheid funkt mit dem neuen 5G-Standard.
Dieser Vodafone-Mast hinter dem Waldfriedhof in Lüdenscheid funkt mit dem neuen 5G-Standard. © Cedric Nougrigat

Vodafone plant einen großflächigen 5G-Ausbau im kommenden Jahr für den Märkischen Kreis. Die neue mobile Funktechnologie soll eine Datenübertragung in Echtzeit – genauer in Mikrosekunden – möglich machen, was als Schlüssel für die digitale Transformation angesehen wird.

Märkischer Kreis – 5G ist die Abkürzung für „Fünfte Generation“, es bezeichnet den nächsten Standard in der mobilen Kommunikation, der LTE (4G) ablösen wird. Die maximale Downloadgeschwindigkeit wird auf 10 GB/s verzehnfacht. Den Inhalt einer DVD kann das 5G-Netz in nur vier Sekunden laden, während es mit einem normalen Anschluss etwa 13 Minuten dauert.

Bis Mitte nächsten Jahres will das britische Telekommunikationsunternehmen „eine Summe im deutlich zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“ allein im Märkischen Kreis investieren. Das teilt Unternehmenssprecher Volker Petendorf auf Anfrage mit.

„Dabei wird Vodafone zunächst die bereits vorhandene Mobilfunk-Infrastruktur weitgehend mitnutzen und seine 5G-Antennen, wo immer es möglich ist, zunächst an den 108 bestehenden Mobilfunkstationen in dieser Region anbringen“, erklärt Petendorf. Punktuell sollen Neubauten das Netz erweitern. Diese zusätzlichen Stationen seien ebenfalls mit 5G-Technologie ausgestattet.

Bisher beherrschen 19 Vodafone-Stationen im Kreis 5G – bei der Telekom sind es 104

Von den bisher 19 Stationen im Märkischen Kreis, die den neusten Mobilfunkstandard beherrschen, stehen unter anderem je zwei in Altena, Kierspe, Lüdenscheid, Plettenberg, Schalksmühle und Werdohl. In Neuenrade sei bisher eine 5G-Plattform in Betrieb, erklärt Petendorf. Bis Mitte 2022 will Vodafone 16 weitere Stationen um den neuen Mobilfunkstandard erweitern oder neu bauen.

Auch die beiden anderen großen Mobilfunkanbieter in Deutschland – die O2-Mutter Telefónica und die Deutsche Telekom – wollen in naher Zukunft ihr 5G-Netz im Märkischen Kreis weiter ausbauen, wobei der Konzern aus Bonn mit dem Ausbau deutlich weiter zu sein scheint.

„Im Märkischen Kreis versorgen wir die Bevölkerung derzeit mit insgesamt 175 Mobilfunkstandorten. 104 dieser Standorte sind bereits mit 5G-Technik ausgestattet“, nennt Pressesprecherin Katja Werz konkrete Zahlen. Im kommenden Jahr seien 25 neue 5G-Standorte geplant.

O2 baut 5G im Kreisgebiet erst nach der Versorgung der Ballungsgebiete auf

Traditionell konzentriert sich die Telefónica mit ihrer Tochter O2 zunächst auf den Ausbau neuer Netze in Großstädten und Ballungsgebieten – doch der Anschluss weniger besiedelter Gebiete steht bevor: „In den kommenden Monaten werden wir unser 5G-Netz in weitere Städte und Landkreise bringen, auch in den Märkischen Kreis“, teilt Telefónica-Sprecher Florian Streicher auf Anfrage mit.

So eifrig die Ausbau-Ankündigungen erscheinen mögen, bei genauerem Hinsehen müssen sich Unternehmen auch sputen, das 5G-Netz zu verbessern. Bereits vor der Versteigerung der Frequenzen im Frühjahr 2019 hat die Bundesnetzagentur Vergabebedingungen festgelegt. Unter anderem haben die Mobilfunkanbieter bis Ende 2022 vor, bundesweit 500 5G-Basisstationen „in Betrieb zu nehmen“.

Insgesamt müssen die Kommunikationskonzerne hohe Ausgaben stemmen. Allein der Zuschlag für die Rechte an den Frequenzen kostete insgesamt mehr als 6,5 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Ausgaben, die für die Infrastruktur aufgebracht werden müssen. Dazu zählen nicht nur Funkmasten, sondern auch Glasfaserleitungen oder ein Stromanschluss.

„Die Telekom investiert jährlich rund vier Milliarden Euro in den Ausbau von Festnetz und Mobilfunk“, sagt Werz. Bei der Telefónica seien für das Jahr Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro veranschlagt, teilt Streicher mit.

Co-Autorin: Louisa Windisch

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