Stimmliche Urgewalt im "Langen Gang"

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Rockröhre Michaela Hardt sprang kurzfristig für die verhinderte Christine Clever ein.

Lüdenscheid - Zum Bersten voll: Der „Lange Gang“, wie die Altdeutsche Bierstube eben auch heißt, war beim ersten Auftritt der Band „Seven Hills Blend“ in Lüdenscheid nahezu überfüllt. Viele wollten bei dieser Premiere dabei sein, weil sie sich der Vorgängerband, den „Mills And Friends“ (MAF) verbunden fühlen.

Die notwendige Runderneuerung der Band hat Urgesteine der Cover-Szene und junge Musiker zusammen gebracht. Eine vorteilhafte Mischung, wie im Verlaufe des Konzertes zu hören war. Das Klangbild der Band erwies sich als trefflich eigenständig. Der Sound wirkte merklich frischer, knackiger und belebter als bei den letzten MAF-Gigs. Martin Bärwolf (Leadgitarre), Julian Wohlgemuth (Schlagzeug), Hans-Jürgen Kindel (Bass, Gitarre), Normann Brinkhoff (Keyboard, Gitarre) heizten mächtig ein. Zwei Sänger standen an der Frontline: Kevin Dewald (Gesang, Harp) und die Rockröhre Michaela Hardt, die kurzfristig für die verhinderte Christine Clever einspringen musste.

Hardt musste sich in kürzester Zeit die komplette Setlist draufpacken, und dafür lief der Abend für sie erstaunlich gut. Zu Beginn wohl aufgeregt und gesanglich auf schmerzlichem Kurs unterwegs, lief sie zu satter Form auf. Aller Ehren wert war ihre Interpretation des Joplin-Klassikers „Cry Babe“. Das Publikum reagierte mit großer Begeisterung. Kevin Dewald verblasste keineswegs neben der stimmlichen Urgewalt seiner Kollegin, wagte sich auch frohgemut an der Stones „Honky Tonk Woman“ und überzeugte damit, dass seine eigene Linie verfolgte, nie auf den Effekt des Nachahmens setzte.

Eine Menge Bewegung brachten Hardt und Dewald ins Spiel. Das schien auch die Musiker angesteckt zu haben, schließlich marschierte auch Bärwolf mit seiner Gitarre während einiger Soli an der Frontline auf. Die musikalische Mischung war zudem dazu angetan, das erwartungsvolle Publikum bei Laune zu halten. Das ging von Van Morrisons Hit „Brown Eyed Girl“ über „Bring Me Some Water“ und den Bluesklassiker „Stormy Monday Blues“ aus dem Jahre 1942 bis hin zu gängigeren Titeln aus der Blues-, Rock- und Popgeschichte. Aufgrund der Wirkung der Band heißt es auch bei künftigen Auftritten: Rechtzeitig Karten kaufen, denn im Verlaufe des Abends mussten mehrfach Kurzentschlossene an der Tür abgewiesen werden. - usc

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