Michael Kipar ist neuer Schützenkönig in Brügge

Der glückliche Schützenkönig Michael Kipar kurz nach dem entscheidenen Treffer. ▪

BRÜGGE ▪ Immer wieder schauten die Schützen mit dem Feldstecher in den Kugelfang. Das hölzerne Federvieh machte bereits einen arg ramponierten Eindruck. Um genau 17.35 Uhr streckte der Aar nach dem 39.

Schuss seine Flügel und die Schützen aus Brügge hatten mit Michael Kipar einen neuen König. Neu ist in diesem Fall eigentlich falsch. Im Vorfeld des Schützenfestes hatte sich nämlich kein Neu-Aspirant auf die Königswürde gemeldet. „Wir haben kein Königspaar“, sagte dazu der 1. Vorsitzende des Schützenvereins, Günter Bung. Dennoch, ohne Regent wollte der Verein nicht sein. „Aus diesem Grund haben wir unsere Altkönige in die Pflicht genommen, denn wenn das Königsschießen ausfällt, dann stirbt auch irgendwann der Verein“, so Bung. In diesem Sinne hatte sich Altkönig Michael Kipar im Kreis der Konkurrenten durchgesetzt. Er trägt den Titel nun zum zweiten Mal. Den ersten hatte er übrigens vor 25 Jahren errungen.

Bilder sehen Sie hier:

Schützenfest in Brügge

Um 15.35 Uhr hatte der noch amtierende König Dirk Jopke das Ringen um die Königswürde mit dem Schuss aus einem blauen Kleinkalibergewehr eröffnet. Mit genau dieser Waffe landete er vor einem Jahr den entscheidenden Treffer. Doch zunächst rückten die angetretenen Grünröcke den Insignien zu Leibe. Beinahe im Zehnminuten-Takt fielen die begehrten Trophäen. Um 15.45 Uhr hatte Franz Erber die Krone ergattert. Ina Dahlhaus und Ingrid Dreisbach schossen Apfel und Zepter. Die Uhr zeigte 16.05 Uhr. Nun ließen es die Schützen etwas gemächlicher angehen. Der Vogel hielt den zahlreichen Einschüssen stand. Erst um 16.45 Uhr hielt Günter Bung den rechten Flügel in seinen Händen. Bis dahin hatte der Vogel 280 Schuss einstecken müssen. Den linken Flügel sicherte sich sein Erbauer Karl-Heinz Haldimann.

Nachdem die Insignien vergeben waren, öffnete der Himmel seine Pforten. Ein Regenschauer verschaffte allen Schützen einen kühlen Kopf. Zudem wurde eine Pause anberaumt. Während in der ersten Runde noch 21 Schützen ihren Hut in den Ring warfen, legten ab 17.15 Uhr lediglich die potentiellen Altkönige das Gewehr an. Unter ihnen: Günter Bung, Werner Lüsenbrink, Dirk Jopke, Heinz Grüber, sowie Michael und Kerstin Kipar. Nach nur 39 Schuss gab der Aar seinen Widerstand auf und fiel aus dem Kugelfang. In guter Tradition ließ es sich Dirk Jopke nicht nehmen, den mit Bier gefüllten Königspokal an seinen Nachfolger zu übergeben.

Während des Königsballs in der Vereinshalle reichten das amtierende Paar Dirk I und Christine die Würde an ihre Nachfolger weiter. Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe intonierte einen Marsch, das Licht in der Halle erlosch, und lediglich eine Krone aus Leuchten erhellte die Bühne. Als das Licht wieder eingeschaltet wurde, und auch das Brügger Schützenvolk auf die Empore blicken konnte, hatte Michael Kipar die Königswürde übernommen. ▪ jw

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare