Michael Franzen komponiert christliche Lieder

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Der Lüdenscheider Michael Franzen komponiert in seiner Freizeit immer wieder neue Lieder – vor allem neues geistliches Lied. Vier Kindermusicals hat er seit 2009 geschrieben.

Lüdenscheid - Zehn Musiker unter der Leitung von Maren Riegel werden am zweiten Weihnachtstag die Familienmesse in der Katholischen Gemeinde Maria Königin mitgestalten. Darunter sind auch Michael Franzen und sein Sohn Christoph. Der zweite Sohn Daniel kümmert sich um die Technik.

Für Michael Franzen, dessen Ehefrau Marita Gemeindereferentin in den Gemeinden St. Paulus und St. Petrus und Paulus ist, ist das ausnahmsweise der einzige Auftritt an den Weihnachtstagen. Seit dem Umzug der Familie nach Lüdenscheid bereichert er die Kirchenmusik in der Bergstadt auf vielfältige Weise. Er wirkt mit in vier Instrumentalkreisen – drei in Maria Königin und einem in St. Paulus in Brügge –, in der PuP-Band der Gemeinde St. Petrus und Paulus sowie als Leiter und Organisator eines Projektchors, der sich ein- bis zweimal im Jahr mit Musikern aus allen katholischen Gemeinden zu besonderen Anlässen in der Pfarrei St. Medardus zusammenfindet.

Darüber hinaus tritt er immer wieder als Komponist in Erscheinung, ganz einfach weil es ihm Spaß macht – von Beruf ist der 52-Jährige Informatiker. Aber als Sohn eines Kirchenmusikers ist er mit Musik aufgewachsen. Franzen hat früh Klavier spielen gelernt und sich später das Gitarrespiel autodidaktisch beigebracht. Auch Kirchenorgel hat er als Jugendlicher gelernt. Inzwischen spielt Franzen auch gern Cajon und ein bisschen Schlagzeug. Hin und wieder spielt er noch die Orgel in der Kirche, aber er bevorzugt für die neuen Kirchenlieder das Klavier – „das ermöglicht eine ganz andere Interaktion mit der Gemeinde.“ Auch die Instrumentalkreise verstehen sich als Gruppen, die die Gemeinde zum Singen animieren möchten, sagt Franzen.

Lied zum Zukunftsbild des Bistums Essen

Sein Schwerpunkt als Musiker und Komponist liegt auf dem neuen geistlichen Lied. „Ich würde mich freuen, wenn ein Lied von mir auch mal bekannt würde“, sagt er. Mit „Dann geht der Himmel auf“ ist zumindest schon ein Titel weit über Lüdenscheids Grenzen verbreitet. Das Lied ist als Download auf der Internetseite zum Zukunftsbild des Bistums Essen verfügbar. Denn inspirieren lassen hat Franzen sich für dieses Lied bei den Leitworten des Zukunftsbildes. Bei Veranstaltungen in den katholischen Gemeinden der Stadt sind seine Lieder inzwischen immer wieder im Programm – nicht zuletzt, wenn er selbst die musikalische Begleitung übernimmt, wie zum Beispiel im vergangenen November bei „Grabt Brunnen, bevor der Durst kommt“.

„Es ist einfacher Melodien zu finden“

„Es ist viel einfacher, Melodien zu finden, als den Text zu schreiben“, sagt der Komponist. Gelegentlich verwendet er vorliegende Texte, die er vertont, wie zum Beispiel Bibelverse. Die Grundlagen des Arrangierens und Komponierens hat er als Chorleiter unter anderem in Bocholt gelernt. Sein erstes selbst komponiertes Lied war ein Kanon für die Aussendungsfeier seiner späteren Ehefrau, da war er selbst noch Student. Während er an Liedern wie „Dann geht der Himmel auf“ ziemlich lange gefeilt hat – vor allem am Text –, gibt es auch spontane Kompositionen. „Ich bin auch schonmal mit einer Idee für ein Lied aufgewacht und dann war es in zwei Stunden fertig.“

Von bisher rund 50 komponierten Liedern sind mehr als die Hälfte in Lüdenscheid entstanden. Davon waren wiederum zwei Drittel, so schätzt Franzen, Teil von Kindermusicals. Die Stücke „Emmaus“ und „Paulus“ hat er mit einem Kinderchor aufgeführt, hinzu kommen zwei von ihm als Musicals geschriebene Krippenspiele, alle aufgeführt in Maria Königin, und zum Teil auch in St. Paulus in Brügge.

Für den Projektchor, der mit Band auftritt, arrangiert er immer auch die Stücke. Jedem Instrument eine eigene Stimme zu geben – das ist dann schon recht aufwendig. Im kommenden Jahr werden die Musiker unter anderem das 90-jährige Bestehen der Katholischen Kirche in Brügge begleiten. Dafür hat Michael Franzen schon einige Ideen. Einfacher ist die Arbeit in den Instrumentalkreisen und mit der Pup-Band. Denn dann geht es meist darum, mit bekannten Liedern, die die erfahrenen Musiker alle beherrschen, die Gottesdienste zu begleiten.

Am zweiten Weihnachtstag werden in Maria Königin nicht nur neue geistliche Lieder zu hören sein. Aber auch die traditionellen Weihnachtslieder werden die Musiker in ein neues Gewand packen, ein bisschen jazzig und folkig, kündigt Franzen an.

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