Metzgermeister scheitert mit frischen Farben

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Ein Metzger versteht die Welt nicht mehr: Rudi Niedergesäss soll die Bilder an seiner Sternplatz-Filiale entfernen

LÜDENSCHEID - Wie viel der Metzgermeister ausgegeben hat, will er nicht preisgeben. Aber Rudi Niedergesäss findet seine Idee, die Fassade seines Ladens an der Wilhelmstraße/Ecke Sternplatz mit Fotos zu verschönern, gut. Er wird sie wieder entfernen müssen.

Die bunten Bilder am Sockel des Hochhauses sind offenbar mit der Gestaltungssatzung der Stadt nicht in Einklang zu bringen. „Ich wollte ja gar keine Reklame für mich machen“, schimpft der Geschäftsmann. „Ich wollte nur das Erscheinungsbild ein bisschen aufpeppen.“ Die Fotos, die er hat anfertigen lassen, zeigen deshalb auch kein Firmenlogo, sondern Produkte pur: Fleisch, Gemüse, Wurst, Salat. Vor einem halben Jahr habe er sie auf die schwarzen Verblendungen ab Fußbodenhöhe anbringen lassen – als Klebefolie.

Anfang Juni bekam der Metzgermeister Besuch aus dem Rathaus. Dagmar Däumer, im Fachbereich Planen und Bauen für die Gestaltungssatzung zuständig, monierte die Bilder. Wie Stadt-Pressesprecherin Marit Schulte sagt, habe Dagmar Däumer mit Rudi Niedergesäss „vereinbart“, die Folien zu entfernen. Vor wenigen Tagen hat die Bedienstete den Fleischer offenbar noch einmal an die „Vereinbarung“ erinnert. Niedergesäss: „Sie hat klipp und klar gesagt, dass die Bilder innerhalb von zwei Wochen zu verschwinden haben.“

Als „Clou“ bezeichnet der Metzgermeister das Angebot der Stadt, die Motive doch im Inneren seines Ladens vor die Fenster zu hängen – „im Abstand von zwei Zentimetern zur Schaufensterscheibe“. Niedergesäss: „Ich wollte was Positives in der Stadt bewirken, auf eigene Initiative und Kosten. Aber die Innenstadt soll laut Behörde wohl lieber aussehen wie die U-Bahn in Peking.“ - Olaf Moos

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