Metzgermeister knibbelt Folien ab

+
Ende eines langen Streits: Rudi Niedergesäß blieb ein halbes Jahr stur – gestern beugte er sich der Anordnung der Stadtverwaltung und entfernte die bunten Folien von seinem Ladenlokal.

Lüdenscheid - „Anstatt die Optik ein bisschen aufzubessern, wird Dunkelgrau verlangt. Na gut!“ Metzgermeister Rudi Niedergesäß ist ein halbes Jahr lang stur geblieben – jetzt gibt er auf.

Von Olaf Moos

Am Freitag Morgen knibbelte der Inhaber des Geschäfts am Sternplatz seine bunten Folien ab, auf denen unterhalb der Schaufenster frische Lebensmittel abgebildet waren. Damit beugt sich Niedergesäß nach langem Streit mit der Stadt deren Anordnung zur „ungenehmigten Werbefolierung an der Fassade“.

In einem Schreiben an den Metzger bezieht sich die Stadtverwaltung auf die „Werbesatzung der Stadt Lüdenscheid über örtliche Bauvorschriften für den Sternplatz und Rathausplatz sowie deren umliegende innerstädtische Bereiche“, in Kraft getreten am 10. Januar dieses Jahres. Darin heißt es in Paragraph 5, Absatz 7 über Allgemeine Anforderungen: „Neben den Werbeanlagen ist nur eine untergeordnete Produktwerbung (Fremdwerbung) zulässig, die sich hinsichtlich der Größe der Eigenwerbung deutlich den Hauptwerbeanlagen unterordnet.“

Als Alternative zum Entfernen, heißt es in dem Schreiben weiter, könne Niedergesäß auch einen „Bauantrag für eine genehmigungsfähige Art, Form und Größe von Fensterfolierungen“ vorlegen.

Doch darauf verzichtet Rudi Niedergesäß. „Ich unternehme hier gar nichts mehr, die können mich mal!“ Beim Abreißen der Folien löste sich übrigens der Lack darunter. Jetzt kann der Metzger den Sockel obendrein auch noch neu anstreichen lassen – in Dunkelgrau.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare