Messstation für Strahlung in Oberhunscheid

Stefanie Breitkopf und das „alte Schätzchen“ zur Messung von Luftradioaktivität, das nicht mehr funktioniert. Deutlich erscheint der Warnhinweis „Störung“ im Display. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Ab dem Datum 1. Mai 1986 zeigte die Kurve mit den Strahlungswerten steil nach oben. Ursache war der Atomunfall im ukrainischen Tschernobyl, der sich am 26. April ereignet hatte.

Aufgezeichnet wurden die hohen Strahlungswerte von der Wetterstation im Zeppelin-Gymnasium, die drei Jahre nach dieser Katastrophe eine ausgemusterte Messstation des Wetteramtes Essen zur Verfügung gestellt bekam. Diese Anlage lieferte Messergebnisse bis zum März 2008. Inzwischen seien die Chancen zu ihrer Wiederbelebung aber leider minimal, erklärt Physiklehrerin Stefanie Breitkopf, die auch die Wetterstation leitet.

Die Probleme fangen bei der sehr teuren Instandsetzung an, und sie setzen sich fort über jährliche Betriebskosten von 2000 Euro und die Beschaffung von Kontroll- und Filterstreifen bis zur nach heutigen Standards völlig veralteten Programmierung. Immerhin: Ein Lebenszeichen gibt die Anlage, die nicht in der Wetterstation, sondern im Keller des Zeppelin-Gymnasiums untergebracht ist, nach dem Einschalten noch von sich.

Regelmäßige Radioaktivitätsmessungen gibt es dennoch in Lüdenscheid: Das Bundesamt für Strahlungssicherheit unterhält auf dem Gelände der Wetterstation Oberhunscheid eine Messstation, deren Werte im Internet einsehbar sind. Derzeit liegt der Wert für Lüdenscheid bei relativ konstanten 0,1 Mikrosievert pro Stunde, die sich je zur Hälfte aus kosmischer und terrestrischer Strahlung zusammensetzen. Zum Vergleich: Der Grenzwert, dem Arbeiter in Fukushima derzeit ausgesetzt sein dürfen, wurde auf 250 Mikrosievert pro Stunde hinaufgesetzt. ▪ thk

Die täglichen Messergebnisse für Lüdenscheid stehen im Netz unter: http://odlinfo.bfs.de/cvdata/059620321.html

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