Messfehler und Ärger mit überhöhter Rechnung

LÜDENSCHEID ▪ Reidemeister-Wirt Klaus Stange hat – wie man im Westfälischen sagt – „so’n dicken Hals“. 200 Euro überweist er monatlich an den TV-Sender Sky, damit er seinen Gästen Bundesliga-Fußball zeigen darf. Doch die Übermittlung falscher Daten von der Gema an Sky sorgt nun für Ärger.

Der Preis richtet sich nach der Größe der Kneipe: 200 Euro für maximal 75 Quadratmeter. Der „Reidi“ hat 67,2 Quadratmeter. Doch plötzlich soll Stange knapp 300 Euro bezahlen. In einem Brief von Sky heißt es: „Im Rahmen einer generellen Überprüfung haben wir festgestellt, dass die Größe Ihrer Betriebsstätte 98 qm beträgt.“ Für den Gastronomen bedeutete das „nur noch Kosten und Rennerei“, wie er sagt. 60 Euro habe er am Telefon verloren, weil er bei Sky – 14 Cent pro Minute – „immer wieder in endlosen Warteschleifen“ gelandet sei. Dabei wollte er nur wissen, wie die „generelle Überprüfung“ gelaufen war. „Bei mir hat nämlich nie jemand gemessen. Mit mir hat auch niemand von der Gema oder Sky gesprochen.“

Schließlich erfuhr er bei Sky, dass die Angabe über die Größe der beiden Gasträume von der Gema stammen. Sky-Sprecherin Kathrin Thullner sagte im LN-Gespräch: „Wenn die Angaben von der tatsächlichen Größe abweichen und der Wirt kann das nachweisen, werden wir das gerne berücksichtigen.“ Also ging Klaus Stange ins Rathaus und ließ sich im Ordnungsamt bescheinigen: 67,2 Quadratmeter. Stadt-Pressesprecherin Giuseppina Giordano: „Uns ist noch ein weiterer ähnlich gelagerter Fall bekannt.“

Dass die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) eng mit Sky zusammenarbeitet, erklärte Gema-Sprecherin Gaby Schilcher. „Wenn Sky eine Lizenz verkauft, ist die Gema-Lizenz im Vertrag schon enthalten.“ Mitarbeiter der Gema würden tatsächlich Schankräume vermessen „und haben auch sehr gute Geräte dafür“. Der Datenaustausch mit Sky sei rechtlich zulässig. Aber Messfehler, räumt Gaby Schilcher ein, könnten natürlich passieren.

Dass er plötzlich als „Lügner“ in der Beweispflicht sei, das stinkt Klaus Stange gewaltig. „Ich möchte mal wissen, wie viele Wirte schon Opfer von sogenannten Messfehlern geworden sind.“

Olaf Moos

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