Kurz vor Ende seiner Amtszeit

Mercedes verkauft: Bürgermeister aus MK erhält neuen Dienstwagen - fürs Klima

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Bürgermeister Dieter Dzewas mit seinem neuen Dienstwagen. Der weiße Audi A3 e-tron ist ein Plug-in-Hybrid. Das Auto fährt eine gewisse Zeit rein elektrisch, wenn es regelmäßig geladen, wie hier an der Ladesäule im Musikschulinnenhof.

Lüdenscheid – Nur wenige Wochen vor seinem Ausscheiden hat Stadtoberhaupt Dieter Dzewas auf eigenen Wunsch ein neues Bürgermeister-Auto erhalten. Bereits seit zwei Monaten ist der 64-Jährige nach Angaben der Stadt mit einem Audi A3 e-tron unterwegs. 

Der neue Wagen aus der Golfklasse ist gleichzeitig sein Vermächtnis an seinen Nachfolger, der das Fahrzeug übernehmen muss. Die bisher genutzte Mercedes C-Klasse – ein Fahrzeug der Mittelklasse – wurde ausgemustert. 

Anfang des Jahres hatte Bürgermeister Dzewas im Interview mit dieser Zeitung bereits von der Idee gesprochen, zu seinen letzten Amtsterminen im Plug-in-Hybrid vorzufahren. Er sah darin einen „gewissen symbolischen Beitrag“ zum Klimaschutz in der Stadt, den sich die Stadt mit dem Klimaschutzpaket auf die Fahnen geschrieben hat.

Für die Anschaffung der Dienstfahrzeuge ist der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) zuständig, der nach und nach die städtische Flotte – so die Pläne – auf alternative Antriebe umstellen soll. Nun war auch das neue Bürgermeister-Auto an der Reihe. Ein Hybrid sollte es sein. 

Wunsch-Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt gefunden

„Der Bürgermeister hatte ein Mitspracherecht. Für uns war nur die Frage, ob wir ein solches Fahrzeug zu einem vernünftigen Preis bekommen“, sagte STL-Werksleiter Heino Lange. Nach langer Suche wurde der STL schließlich fündig – auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Der neue Audi A3 e-tron – ein Hybrid mit Elektroantrieb und Benzin-Verbrennungsmotor – ist bereits drei Jahre alt. 

Das Fahrzeuge konnte nach Angaben der Stadt kostenneutral angeschafft werden. Der vorherige Dienstwagen – ein Mercedes C220 4matic (Diesel) – wurde verkauft. Mit dem Erlös erwarb der STL anschließend zu einem ähnlichen Preis den A3 e-tron.

Neuer Audi ist schadstoffärmer unterwegs

Im Ergebnis ist der Bürgermeister nun deutlich schadstoffärmer unterwegs. Stieß das 194-PS-starke Vorgängermodell nach Werksangaben noch 131 Gramm CO2 pro Kilometer aus, sind es beim Plug-in-Hybrid nach Audi-Angaben nur 38 Gramm CO2. Der Verbrauch reduzierte sich von 4,9 Liter Diesel auf 1,7 Liter Benzin. 

Dzewas freut sich über das neue emissionsarme Auto. „Für innerstädtische Fahrten eignet sich das Fahrzeug sehr gut, manchmal würde ich mir nur eine etwas größere Reichweite des Elektroantriebs wünschen“, sagt der Hybrid-Fahrer. 30 bis 35 Kilometer absolviert der Bürgermeister rein elektrisch – wenn er im Stadtverkehr bei Tempo 50 mitrollt. An Anstiegen springt der Benzinmotor ein, bei der Bergabfahrt wird ein Teil der Energie zurückgewonnen. 

Coronabedingt standen zuletzt kaum Fahrten über den innerstädtischen Bereich hinaus an, daher musste der Benzintank bisher noch nicht aufgefüllt werden. Allerdings muss der Audi regelmäßig an der Ladestation im Musikschulinnenhof aufgeladen werden. 

Bürgermeister ist der einzige Stadt-Mitarbeiter, der einen eigenen Dienstwagen hat

Andere Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben nach Stadtangaben keine eigenen Dienstwagen. Der Dienstwagen des Bürgermeisters kann aber auch von anderen Mitarbeitern genutzt werden, wenn zum Beispiel Termine in weiter entfernten Städten – zum Beispiel Teilnahme am Städtetag – anstehen. 

Noch zu Beginn seiner Amtszeit hatte Dieter Dzewas nicht nur einen Dienstwagen, sondern – wie damals üblich – auch einen Fahrer. Kurz darauf wurde der Mitarbeiter jedoch auf einen anderen Posten in der Stadtverwaltung versetzt. Seitdem fährt der Bürgermeister selbst – nach 16 Jahren im Amt jetzt erstmals elektrisch.

Anteil alternativer Antriebe im Märkischen Kreis noch gering

Im gesamten Märkischen Kreis waren am 1. Mai 2020 611 rein elektrische Autos zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 0,18 Prozent an allen Pkw im Kreis. 200.779 Autos fahren mit Benzin, 91.573 mit Diesel. Die gängigsten Hybrid-Formen (darunter Plug-in-Hybride) kommen inzwischen in rund 3.000 Autos im Märkischen Kreis zum Einsatz.

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