50 Prozent weniger Gäste als erhofft

„mep-network“ am Ende: Wigginghaus stellt Insolvenz-Antrag

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Zum Auftakt des Open-Air-Sommers auf dem Loh spielte das Wetter noch mit.

Lüdenscheid - Der Open-Air-Sommer auf dem Schützenplatz Loh und der Musiksommer auf Gut Haarbecke in Kierspe-Rönsahl sollten die Erfolge des Jahres werden. Doch die plötzliche Absage von „Schlagerfuzzi“ Michael Wendler und der wetterbedingte Ausfall des Musiksommer-Finales in Rönsahl bedeuten nun das Aus: Veranstalter Jürgen Wigginghaus (63) wird am Dienstagmorgen einen Insolvenz-Antrag stellen.

Das kündigte er im Gespräch mit unserer Redaktion an. Gespräche mit möglichen Investoren, die sich an Wigginghaus’ „mep-network“ GmbH beteiligen könnten, seien gescheitert.

Die Probleme des Veranstalters haben eine gar nicht so alte Vorgeschichte. Wie Jürgen Wigginghaus berichtet, habe sich sein ehemaliger Partner Bernd Meyer, Wirt des Brauhauses Schillerbad, für den Sommer ‘15 frühzeitig zehn Live-Konzerte donnerstags im Rosengarten genehmigen lassen.

Auf Bitten des Bürgermeisters die Events auf Samstag verlegt

Veranstalter Jürgen Wigginghaus (63) gibt auf.

Auf Bitten des Bürgermeisters habe er selbst seine Events dann auf samstags verlegt. Damit aber konnte Wigginghaus auch nicht mehr, wie 2014 exerziert, auf den Rathausplatz, um nicht mit dem Wochenmarkt zu kollidieren – und zog zum Schützenplatz um. Das Gelände dort zu bestücken, sei weit aufwändiger und teurer gewesen.

50 Prozent weniger Gäste als erhofft

Dass Brauhaus-Wirt Meyer statt angemeldeter zehn Musik-Partys keine einzige veranstaltet hat, ist für Wigginghaus „nur eines der Ärgernisse“. Im Vordergrund stehen die schwachen Besucherzahlen auf dem Loh. „800 bis 850 zahlende Gäste hätte ich pro Abend gebraucht, um wenigstens auf meine Kosten zu kommen“, blickt der Lüdenscheider zurück. Zu sechs Veranstaltungen kamen insgesamt aber nur 2600 Gäste – „etwa 50 Prozent weniger als erhofft“. Als dann noch eine Starkregen-Warnung das Abschlusskonzert auf Gut Haarbecke unmöglich machte, war das Ende der Fahnenstange erreicht.

"Vieles ist sehr gut gelaufen"

Die „mep-network“, deren alleiniger Geschäftsführer Wigginghaus ist und die seit zwölfeinhalb Jahren exisitiert, ist Arbeitgeberin für derzeit vier Kräfte, davon drei in Vollzeit, und eine Handvoll geringfügig Beschäftigter. Ob MK Total, der Christmas-Rock, diverse Kneipenfestivals oder Einzelkonzerte – „vieles ist sehr gut gelaufen“, sagt der Veranstalter.

Wie es weitergeht, ist derzeit offen. Klar ist bisher nur, dass Wigginghaus weiter Konzerte im Saal von Dahlmann veranstalten will.

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