„In meinen Augen ist das Grabschändung"

Spaziergänger macht gruseligen Fund auf Friedhof

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Menschliche Überreste fand ein Spaziergänger auf dem Friedhof an der Straße Zum Weißen Pferd.

Lüdenscheid – Einen gruseligen Fund machte ein Spaziergänger am Wochenende in einem Gebüsch am Neuen evangelischen Friedhof an der Straße Zum Weißen Pferd. In frisch ausgehobener Erde lagen menschliche Überreste, darunter Teile eines Schädels und ein Oberschenkelknochen.

Nach Angaben des Finders entstammen sie aufgegebenen Gräbern, die nach Ablauf der Liegezeit von 30 Jahren in der Nähe des Fundorts für eine neue Bestattung hergerichtet werden. „In meinen Augen ist das Grabschändung. Egal, ob sie 30 oder 100 Jahre im Boden liegen: Es sind immer noch die sterblichen Überreste von Menschen. Da muss man mehr Respekt zeigen“, ist der Lüdenscheider, der anonym bleiben will, entsetzt. Er dokumentierte den Knochen-Fund mit der Handy-Kamera und wandte sich an die Öffentlichkeit.

Der Friedhof wird vom evangelischen Friedhofsverband Lüdenscheid-Plettenberg verwaltet, hat aber auch einen kommunalen Teil. In diesem Bereich lagen die jetzt gefundenen menschlichen Überreste im Bodenaushub. 

Wie Stadtsprecher Sven Prillwitz erklärte, sei es nicht vorgesehen, dass die Knochen offen herumliegen. „Eigentlich soll die niemand zu Gesicht bekommen“, sagt Prillwitz. 30 Jahre lang darf in Lüdenscheid nach einer Sargbestattung eine Grabstätte nicht geöffnet werden. Danach endet die festgelegte Liegezeit und das Grab „steht wieder für eine Nutzung zur Verfügung“. 

Der Bodenaushub eines alten Grabes, in dem sich Knochen befinden können, wird mit einer Plane abgedeckt.

Für eine anstehende Bestattung wird dann häufig ein neues Grab an einer alten Grabstelle ausgehoben. Heutzutage gräbt der Bagger deutlich tiefer als früher. Dass Überreste von Verstorbenen dabei ans Tageslicht gelangen, komme vor, heißt es aus der Pressestelle. 

Die Friedhofsmitarbeiter sind demnach angewiesen, den Bodenaushub auf menschliche Knochen zu kontrollieren. Dabei könne es vorkommen, dass etwas übersehen wird. Wenn sie aber fündig werden – so ist es geregelt – müssen sie die Überreste im gerade ausgehobenen Grab erneut „beisetzen“. Das bedeutet, sie werden in das Loch gelegt und mit Erde bedeckt. 

Mitarbeiter vor Ort berichteten, dass der Bodenaushub aus den Gräbern mit schwarzer Plane abgedeckt wird, um mögliche Knochenreste vor neugierigen Blicken zu schützen. Es sei in der Vergangenheit aber immer wieder vorgekommen, dass Friedhofsbesucher unter der Plane nach menschlichen Überresten gesucht hätten.

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