Lichtrouten 2013

Eröffnung ohne Inszenierung

Froh über die geglückte Generalprobe: Die Kuratoren der Lichtrouten, Bettina Pelz und Tom Groll.

LÜDENSCHEID - Schon lange bevor es wirklich dunkel war, sammelten sich am Abend vor allem Familien mit Kindern vor dem Eingang der Post. Hier startete um 19.30 Uhr die speziell auf das Verständnis von Kindern ausgelegte Lichtroutenführung. Damit fiel der offizielle Startschuss für das Festival, das in den kommenden Tagen viele tausend Besucher in die Innenstadt locken wird.

Nur eine halbe Stunde später machten sich die ersten erwachsenen Besucher auf den Weg, geführt von einem der rund 50 eigens geschulten Stadtführer.

Eher still begannen sie also offiziell, die Lichtrouten 2013. Man habe in diesem Jahr auf eine „Eröffnung mit viel Tamtam“ verzichtet, hieß es seitens des Lichtroutenteams. Um 20, 21 und 22 Uhr beginnen jeweils am Abend und bis Samstag, 5. Oktober, die kostenlosen geführten Touren. Am Abschlusstag, 6. Oktober, werden nur noch um 20 und 22 Uhr Touren angeboten. Bis dahin sollte allerdings jeder, der Interesse an dem inzwischen international anerkannten Lichtkunst-Festival hat, die Gelegenheit zu einem Besuch genutzt haben.

Am Nachmittag nahm sich Lichtrouten-Kuratorin Bettina Pelz die Zeit, um im Ratssaal die Künstler vorzustellen und gab jedem die Möglichkeit, die Installation in kurzen Worten zu umschreiben, mit der er oder sie länderübergreifend Werbung für Lüdenscheid machen. Kunst gab es bei der Präsentation im Übermaß, die Zahl der offiziellen Stadtvertreter blieb allerdings höchst übersichtlich.

Den Künstlern wird’s gleich gewesen sein. Viele von ihnen reisten aus weit entfernten Ländern und ohne deutsche Sprachkenntnisse nach Lüdenscheid. Für sie wurde simultan ins Englische übersetzt. Der offiziellen Runde folgten Kaffee, ein Rundgang durch die City und der Blick über den Tellerrand zu den benachbarten Installationen, Fachsimpeleien und das Knüpfen von Kontakten. Mit Einbruch der Dunkelheit bewegten sich am Abend wahre Menschenmassen durch die Innenstadt. Vor allem die Thünentreppe war zeitweilig dicht. Staunend starrten die Besucher auf die von Refik Anadol und Sebastian Neitsch illuminierte Fassade des Stern Centers. „Semaphor“ heißt die Installation, mit Tönen unterlegt durch den Sounddesigner Kerim Karaoglu. Aber: „Der Markt lebt von Galeriekunst. Video wird einfach noch nicht so akzeptiert“, so Neitsch im Gespräch. Jutta Rudewig

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