„Alles versucht, es ging nicht mehr“: Mensa-Betreiberin gibt wegen Corona auf

 Fili Avramidou gibt die Staberg-Mensa auf.
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Fili Avramidou gibt die Staberg-Mensa auf.

Das „Zehnjährige“ werden Fili Avramidou und ihr fünfköpfiges Team nicht mehr feiern: Die langjährige Pächterin der Mensa am Staberg gibt auf.

Lüdenscheid – Zehn Jahre lang sorgte sie mit ihrem Team n sie für die kleinen Snacks zwischendurch und ein warmes Mittagessen, organisierten die Verköstigung bei diversen Veranstaltungen und halfen so manchem Schüler mit Heften oder Schreibutensilien aus der Not: Ende April wurde Fili Avramidou verabschiedet.

Im Corona-bedingt kleinen Kreis überbrachte eine Abordnung der Schülervertretung, des Kollegiums, der Eltern sowie Zepp-Schulleiter René Jaques kleine Geschenke und viele gute Wünsche. Denn: „Das Ausscheiden von Fili aus der Schulgemeinschaft hinterlässt eine große Lücke“, heißt es auf der Zepp-Homepage.

„Ich habe wirklich alles versucht. Aber es ging einfach nicht mehr“, beschreibt Fili Avramidou die Situation, die vor einem Jahr ihren Lauf nahm. Und in einem Brief an die Schulgemeinde schreibt sie: „Nach reichlicher Überlegung war es der einzige Weg, den ich gehen konnte.“

Blumen und ein dickes Dankeschön gab es zum Abschied.

Dabei hatte sie im ersten Lockdown noch die Hoffnung, dass bald alles wieder normal laufen werde. „Das war eher wie eine kleine Pause.“ Nach einer kurzen Phase des Take-away-Verkaufs vor den Sommerferien habe man sich zum neuen Schuljahr dann erneut vorbereitet – auf einen klassenweisen „Außer-Haus-Verkauf nach Bestellung. „Aber dabei waren die Kosten leider höher als die Einnahmen“, schildert Fili Avramidou die schwierige Situation.

„Ich sage Dankeschön an alle, die mir die ganzen Jahre die Treue gehalten haben.

 Fili Avramidou

Letztlich habe sie dann entschieden, den Mensa-Betrieb abzugeben. „Wir haben alle gekämpft, und ich wurde von allen Seiten unterstützt“, betont sie – und geht nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn so wohl sie sich auch gefühlt habe, so sei die Entscheidung auch eine kleine Befreiung gewesen. „Ich sage Dankeschön an alle, die mir die ganzen Jahre die Treue gehalten haben und für die vielen schönen Stunden, die wir gemeinsam verbracht haben.“

Wie es mit dem Mensa-Betrieb in Zukunft weitergehen wird, ist derzeit noch offen. Wie Stadtsprecher Sven Prillwitz auf Anfrage erklärt, habe es zwischen der Stadt als Schulträger und den Leitungen des Zeppelin- und Geschwister-Scholl-Gymnasiums bereits Gespräche gegeben, bei denen unterschiedliche Modelle für eine Nachfolge-Lösung diskutiert wurden. „Diese werden jetzt geprüft.“

Geplant sei jedoch, dass bis nach den Sommerferien eine Nachfolge-Regelung gefunden ist und umgesetzt wird.

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