Nach intensiven Verhandlungen

"Meilenstein" in Autohaus-Strategie: VW-Piepenstock gibt Teil-Umzug bekannt 

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Das Jeep- und Alfa-Romeo-Autohaus geht, VW-Nutzfahrzeuge und Seat kommen. Das gaben Ludwig Wurth und Vertreter der Piepenstock-Autohausgruppe bekannt.

Lüdenscheid - Nach intensiven Verhandlungen mit Ludwig Wurth (Gummersbach) übernimmt die Piepenstock-Autohausgruppe zum 1. April die beiden Kfz-Betriebe am Kerkhagen 25 und 27. Das Autohaus Mazda Meier bleibt weiterhin als Mieter vor Ort; dort ändere sich nichts.

Der bisherige Jeep- und Alfa-Romeo-Betrieb daneben soll entsprechend der Design- und Architekturanforderungen der Konzernmarken VW-Nutzfahrzeuge (oben) und Seat (unten) umgebaut werden. Beide Marken sollen, so hieß es, „attraktive Anfahrtwege“ bekommen; eine Zufahrt von der Heedfelder Landstraße sei allerdings leider schwierig. Zum 1. Juli soll der Betrieb laufen. Das Grundstück umfasst etwa 5500 qm, davon mehr als 1000 qm Showroom und Freiausstellung sowie sieben Werkstatt-Arbeitsplätze. Die Suche nach Auszubildenden, nach Fach- und Führungskräften läuft.

Er gebe den Standort aus Altersgründen auf, sagte Ludwig Wurth am Montag vor Ort: „Wir verkleinern uns. In Zukunft geht es nur noch über die Größe; für die kleineren Händler wird’s eine schlimme Zeit“, vermutet er. 

Genau auf der anderen Seite sieht sich Edmund Weiß, Geschäftsführer der Piepenstock Management Holding GmbH&Co. KG: „Wer die Investition scheut, den trifft’s. Wir setzen auf das andere Pferd, sind in den nächsten drei bis fünf Jahren klar auf Wachstum fokussiert.“

Der Standort Kerkhagen, mit dem ein Händlervertrag für Seat verbunden ist, den es in Lüdenscheid bislang noch nicht gegeben habe, gilt als wichtiger Schritt. „Für uns ist das ein Meilenstein in unserer Strategie“, sagte Weiß.

Die Standortsuche sei für das in vierter Generation familiengeführte Unternehmen damit aber noch nicht beendet, betonte Dr. Michael Piepenstock. Bekanntlich ist es am Traditionsstandort Lutherstraße seit Langem zu eng. Eine Weiterentwicklung sei dort nicht möglich, hatte Dr. Piepenstock in der Vergangenheit immer wieder betont – schon gar nicht unter den strikten Vorgaben des Konzerns. Daher sucht er für die Verlagerung des beengten VW-Betriebs in der Lutherstraße weiterhin „einen exponiert gelegenen Alternativstandort“. 

Neben dem Seat-Händlervertrag erhält die Piepenstock-Autohausgruppe zusätzlich den Cupra-Exklusivvertrag, den nach Aussage von Dr. Piepenstock maximal 25 Prozent der Händler bundesweit bekommen. Dabei handele es sich um sportliche Fahrzeuge der spanischen Tochtermarke. Die Umsetzung des neuen Design- und Innenarchitekturkonzepts mache den Standort Kerkhagen zu einem der ersten Pilotbetriebe bundesweit. 

Die nun zudem mögliche Konzentration der Marke VW-Nutzfahrzeuge am Kerkhagen bedeute auch, dass die ausgelagerte Werkstatt am Fuhrpark aufgegeben werde.

Das Autohaus Piepenstock blickt auf eine mehr als 130-jährige Geschichte zurück. Es umfasst bisher sieben markengebundene Autohäuser, davon fünf in Südwestfalen (VW, Audi, Porsche) sowie zwei VW- und Skoda-Betriebe in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).

Mit mehr als 250 Mitarbeitern, darunter etwa 40 Auszubildende, erwirtschaftete das Unternehmen 2019 nach eigenen Angaben mehr als 110 Millionen Euro Jahresumsatz. Damit gehöre es markenübergreifend zu den circa 150 größten Autohausgruppen in Deutschland.

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