Mehrgenerationenspielplatz in Gelsenkirchen

LÜDENSCHEID ▪ Einen Mehrgenerationenspielplatz hat díe Stadt Gelsenkirchen seit zwei Jahren. Die LN haben ein Auge darauf geworfen.

Die Bergstadt hat noch keinen, aber fast jeder hat davon gehört. Gelsenkirchen hat seit zwei Jahren einen Mehrgenerationenspielplatz, aber weithin bekannt ist er noch nicht. Doch: „Er wird immer besser angenommen“, sagt Birgit Lucht, „Patin“ des Platzes im Burgers Park in Bulmke-Hüllen. Die Grundschullehrerin hat ein Auge auf die Anlage, informiert, kümmert sich, meldet Müll und Schäden. Das macht ihr auch Freude, nur eines mag sie nicht: die Bezeichnung Mehrgenerationenspielplatz: „So sollte man das nicht nennen.“

Ein paar Jugendliche nutzen die Skaterbahn im oberen Bereich des Parks, eine andere Gruppe ist auf dem Bolzplatz, Kinder klettern auf einem Spielgerät herum. Die Hochhüpf-Stange für Durchtrainierte bleibt verwaist. Über Wackelteller und Reckstange als Zwischenstation freuen sich gelegentlich Jogger. Der Bewegungsparcours mit 15 Übungen zwischen Rampenaufstieg und Wackelbrücke glänzt erwartungsvoll in der Sonne.

„Gestern Abend war eine Gruppe Senioren hier“, erzählt Birgit Lucht. Mitglieder eines Sportvereins aus der Gegend. Die waren angemeldet und die „Patin“ stand mit kopierten Trainingsanleitungen bereit für eine kurze Einweisung. Zwar erklärt ein großes Schild das Wie, „doch wenn man einmal drauf ist, nutzt das auch nichts“, weiß die Gelsenkirchenerin. „Das sieht alles einfacher aus als es ist“, sei die Reaktion der Senioren gewesen. Und dass man sich vorstellen könne, öfter hierher zu kommen. „Optimal wäre“, glaubt die engagierte Anwohnerin, „wenn ein Physiotherapeut einmal die Woche für eine Stunde da wäre. Vieles könnte man dann machen.“ Doch der müsste entweder Klapp-stühle mitbringen fürs Päuschen zwischendurch oder einen Sponsor für ein paar Bänke. Fingertreppe für Gelenkigkeit, Reckstangen für die Arme, Sitzbretter für Knieübungen, zum Aufstehen und Setzen, Wellenbalken und Seil-Netz für Koordination und Balance, Drehknöpfe, Wackelhocker und Ringe, die über gebogene Stangen zu führen sind – das soll viel für eingerostete Muskeln bringen. Wenn man’s regelmäßig und ernsthaft betreibe, werben Gerätehersteller.

Boule-Bahn bringt Betrieb an Wochenenden

Viel gebracht – insbesondere Betrieb an den Wochenenden – hat eine Boule-Bahn, die die Rasenfläche unterbricht. Am Wochenende war Saisonauftakt-Fest. Einmal im Monat ist Spielbetrieb; sonst kommt, wer möchte. Die Weißhaarige, die mit ihrem Rad gerade den Park durchquert, würdigt das Multi-Fitness-Gerät keines Blickes. Der Mehrgenerationenspielplatz, so sagt sie, ist für ihre Enkel nicht mehr interessant: „Die haben so viel im Schwimmverein zu tun.“ Und für sie selbst? „Ach, ich bin nicht mehr gut zu Fuß. Aber mit dem Rad komme ich überall hin.“ Und Radtouren mit den Enkeln – das ist Fitness genug für sie. Spricht’s und radelt bei Grün quer über die Schnellstraße in den nächsten Park. Und drüben sind sie dann auch, die Senioren, die man hüben vergeblich gesucht hat. Beim Schwätzchen, bei etwas Bewegung, einer kleinen Pause mit Erfrischung vorm Kiosk und einem schönen Nachmittag mit den Enkeln – auf dem Minigolfplatz. - sum

Weitere Bilder vom Mehrgenerationenspielplatz in Gelsenkirchen

Mehrgenerationenspielplatz Burgers Park in Gelsenkirchen

20 000 Euro für Bewegungsparcours

Im Mai 2008 hat die Stadt Gelsenkirchen im Stadtteil Bulmke-Hüllen einen Mehrgenerationenspielplatz angelegt. „Probleme im Vorfeld gab es damals nicht“, sagt Verwaltungs-Pressesprecher Oliver Schäfer. Die zuständigen Gremien segneten das Projekt, das erstmals im November 2007 im Jugendhilfeausschuss vorgestellt worden war, ab. In Anbindung an einen bereits vorhandenen Kinderspielplatz innerhalb einer Grünanlage und in der Nähe einer Seniorenwohnanlage sollten multifunktionale Spiel- und Sportgeräte aufgestellt werden, welche nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Eltern und Großeltern ansprechen:

Begegnungsort für Jung und Alt

„So können vorhandene generationsbedingte Berührungsängste abgebaut- und ein Begegnungsort für Jung und Alt geschaffen werden“, zeigte das Jugendamt die Zielrichtung auf.

In Zusammenarbeit mit „Gelsendienste“, ein Unternehmen der Stadt, das vergleichbar mit dem Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) kommunale Dienstleistungen durchführt, sollte die Grünfläche entsprechend präpariert werden, auch Pflege und Unterhaltung erfolgen.

Auf der Grünfläche sollten zusätzlich die Spielgeräte aufgebaut werden. Direkt an den Burgers Park grenzt zudem das „Convenio-Zentrum“ für integrative Altenhilfe im Wohn- und Pflegebereich. Auch deren Anwohner könnten den Mehrgenerationen-Spielplatz nutzen, heißt es in dem Konzept. Außerdem befindet sich im Burgers Park bereits ein Spiel- und Bolzplatz sowie eine Skater-Anlage, die von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Der Seniorenbeauftragte der Projektwerkstatt 50+ wurde mit in die Planungen einbezogen. Nach einer ersten Kontaktaufnahme sei die Idee positiv bewertet worden, teilte die Stadt dem Ausschuss mit.

Bewegungs-, Entspannungs- und Kommunikationsort

Ein Bewegungs-, Entspannungs- und Kommunikationsort stellten sich die Planer im Stadtteil Bulmke-Hüllen vor. Neben den verschiedenen Spielgeräten sollte auch ein vier Meter hoher Klettermast aufgebaut werden.

Die Kosten für die Installation des Bewegungsparcours und des Klettermastes beliefen sich auf rund 20 000 Euro. Die erforderlichen Mittel wurden aus dem städtischen Etat gedeckt. Beim Ausbau eines anderen Kinderspielplatzes war nicht der gesamte Topf ausgeschöpft worden, so dass das übrig gebliebene Geld für den neuen Mehrgenerationenspielplatz genutzt werden konnte. - my

Sämtliche Informationen rund um Familienplatz und Bürgerentscheid finden Interessierte auf der Internetseite der Stadt Lüdenscheid.

Rubriklistenbild: © Foto: Kornau

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