Mehrgenerationenplatz: Bürgerentscheid kommt

LÜDENSCHEID – Die Würfel für oder gegen einen Mehrgenerationenspielplatz sind auch gestern Abend in der Ratssitzung nicht endgültig gefallen. Wohl aber steht fest: Am 9. Mai, dem Tag der Landtagswahlen, werden die Lüdenscheider per Bürgerentscheid darüber abstimmen, ob sie den Umbau des Jahnplatzes wollen oder nicht.

16 Vertreter der CDU, zwei LL-Politiker und der Ratsherr der NPD votierten nach zehnminütiger Diskussion dafür, dem Bürgerbegehren stattzugeben und die Pläne für den Mehrgenerationenspielplatz zu begraben. Doch das reichte nicht. Tanja Tschöke, Vorsitzende der Grünen-Fraktion, sagte: „Dann wollen wir den Weg auch bis zum Bürgerentscheid zu Ende gehen!“ Und die Ampel-Kooperation blieb geschlossen bei ihrer Haltung.

Dabei hatte Diane Owen, Mitgründerin der Bürgerinitiative, zuvor noch appelliert, das Geld aus dem Konjunkturpaket II – 870 000 Euro stehen bekanntlich insgesamt zur Verfügung – „besser für verschiedene andere Maßnahmen“ auszugeben. Und eine kritische Frage an die Ratsmehrheit hatte sie angesichts der Kosten eines Bürgerentscheides auch. „Wie wollen Sie den Bürgern begreiflich machen, dass Sie so viel Geld dafür ausgeben?“ Würden die Pläne verworfen, sagte Diane Owen, „heißen die Sieger ’Weitsicht’ und ’Vernunft’“.

Dazu gehört es für LL-Chefin Angelika Linnepe, die Zustimmung zum Umbau des Jahnplatzes zu geben, „wenn die Folgekosten noch nicht klar sind“. Bürgermeister Dieter Dzewas bestätigte auf Anfrage Linnepes, dass er zu Folgekosten „noch keine verlässliche Auskunft erteilen“ könne.

Weitere Kosten sollen die Planungen für das umstrittene Projekt bis zum Bürgerentscheid zunächst nicht fressen. Darauf legt CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling Wert. Stattdessen regte er an, dass sich doch noch alle Fraktionen an einen Tisch setzen sollten, „um einen Konsens zu finden“. Das würde die Ausgaben für den Bürgerentscheid überflüssig machen. Gleichzeitig blieb Oliver Fröhling angesichts der errechneten knapp 98 000 Euro für den Wahlgang gelassen. „Demokratie kostet halt Geld.“

Olaf Moos

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