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Mehrbedarf durch A45-Sperrung: Elf neue Stellen bei der Feuerwehr

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Von: Thomas Machatzke

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Feuerwehr Lüdenscheid Planstellen
Die Feuerwehr in Lüdenscheid wird angesichts der A45-Sperrung verstärkt: Elf neue Planstellen sind vorgesehen für die Bergstadt. © Cedric Nougrigat

Die Lüdenscheider Feuerwehr rüstet angesichts der Brückenproblematik nach: Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt stimmte am Montag den „Maßnahmen aus der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes auf Grund der Sperrung der Rahmedetalbrücke und Bereitstellung überplanmäßiger Mittel“ zu. Elf neue Planstellen werden geschaffen.

Lüdenscheid – Dazu wird es einen neuen Feuerwehr-Standort Lüdenscheid-Nord geben. Einmalig kostet dies erst einmal 172 167 Euro an Aufwendungen und Auszahlungen und 57 120 Euro an Folgekosten. Ab 2023 schlägt dies zudem mit 1,003 Millionen Euro jährlich zu Buche.

Dass diese Maßnahmen unumgänglich sind, um die Planungsziele des Brandschutzbedarfsplanes vor dem Hintergrund der neuen Verkehrssituation in Lüdenscheid seit Sperrung der A45 zu gewährleisten, ist unstrittig. Eine hauptamtliche Tagesverstärkung mit sechs „Funktionen“ – also sechs Personen, die für bestimmte Aufgabe zur Verfügung stehen – wochentags von 7 bis 19 Uhr im Lüdenscheider Norden ist erforderlich. Für den Zeitraum der Brückensprengung (ca. sechs Wochen) soll diese Verstärkung auf eine 24-stündige Besetzung ausgeweitet werden.

Da die Stationierung des Fahrzeuges im Lüdenscheider Norden erfolgen muss, wird die Verwaltung nun beauftragt, alle erforderlichen Maßnahmen für eine Containerlösung an einem geeigneten Standort im Lüdenscheider Norden zu ergreifen. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie, die als Standort Nord angemietet werden kann, ist erfolglos geblieben.

Mehrbedarf durch A45-Sperrung: Elf neue Stellen bei der Feuerwehr

Der Fachdienst Feuer- und Rettungswache hatte zuletzt insbesondere darauf aufmerksam gemacht, dass durch die noch immer wirkenden negativen Auswirkungen der Vollsperrung der Rahmedetalbrücke die Erreichbarkeit der ehrenamtlichen Feuerwehrgerätehäuser stark eingeschränkt ist. Die Planungsziele sind nämlich maßgeblich abhängig von der Erreichbarkeit der jeweiligen Standorte durch das ehrenamtliche Personal, welche wiederum von der Verkehrsdichte auf deren Anfahrtsweg beeinflusst wird. Aufgrund dieser Effekte war bereits in der Sitzung des Verwaltungsvorstands am 18. Januar beschlossen worden, den BSBP sofort fortzuschreiben.

Nach einer vom Bedarfsplaner durchgeführten Personaldaten- und Verfügbarkeitsanalyse liegen nun erste Ergebnisse vor. Die sind eindeutig, und da sich die aktuelle Verkehrslage nicht maßgeblich verbessern dürfte, ist eine zeitnahe Umsetzung der erforderlichen Erstmaßnahmen zwingend geboten. Und so wächst die Feuerwehr in der Bergstadt der Brücke wegen um elf Personen.

„Das sind Kosten, die wir nicht gehabt hätten, wenn die Brücke nicht gesperrt worden wäre“, stellte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer am Montag im Haupt- und Finanzausschuss fest und kündigte an, dass diese Kosten vom Bund oder Land übernommen werden sollen. Aus welchem Topf die Mittel fließen sollen, ist noch unklar. „Wir erwarten Kompensation“, stellte Wagemeyer entschieden fest.

Haarhaus: „Bewegen uns hart an der Grenze des HSK“

Für den städtischen Haushalt ist diese Kompensation mit Blick auf die Sorgen und Nöte vor dem Rückfall ins Haushaltssicherungskonzept elementar. „Wir bewegen uns ganz hart an den Grenzen des HSK“, erklärte Kämmerer Sven Haarhaus, „mit weiteren unbefristeten Dauerbelastungen könnte es spätestens 2025 oder 2026 ganz schwierig werden.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Fröhling forderte Sebastian Wagemeyer und die Verwaltung auf, in dieser Frage Druck in Berlin zu machen – notfalls über die heimischen Bundestagsabgeordneten. „Berlin hat die Gelder zugesagt, da muss jetzt auch was passieren.“ Süffisant fügte Christoph Weiland (CDU), dass die Kostenübernahme beim Büro des Bürgerbeauftragten durch das Verkehrsministerium auch geklappt habe. „Aber da“, so Weiland, „hat der Bund ja auch ein Eigeninteresse gehabt.“

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