Mehr Wohnungseinbrüche in Lüdenscheid

Die Zahl der Einbrüche in Lüdenscheid stieg 2012 gegenüber dem Vorjahr an.

LÜDENSCHEID ▪ Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Lüdenscheid ist 2012 gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. Zuletzt berichteten die LN über eine massive Serie zum Jahreswechsel – und das, obwohl die Polizei mit einer großen Durchsuchungsaktion von Fahrzeugen an der Autobahn-45-Ausfahrt Nord erst kurz zuvor Flagge gezeigt hatte.

Weder die ungewöhnliche Anti-Einbrecher-Aktion noch ihr Schauplatz an der Autobahn bei Lüdenscheid waren dabei Zufall, erklärte Kriminalrätin Alexandra Füchter auf LN-Anfrage. Die Leiterin der Kriminalinspektion II, zuständig für alle Kriminalkommissariate im Kreisgebiet, weiß: „Es ist die Nähe zur Autobahn und ihren drei Auffahrten, die Lüdenscheid für Einbrecher attraktiv macht.“

Die Nähe Lüdenscheids zur A45 ist ein Grund für eine massive Serie von Wohnungseinbrüchen

So liege die Häufigkeitszahl für das größere, aus Sicht eines Einbrechers aber weniger günstig gelegene Iserlohn deutlich niedriger. Und für Lüdenscheid war die Zahl von rund 180 Tageswohnungseinbrüchen aus 2011 diesmal schon im Herbst erreicht, (die genaue Zahl folgt in Kürze). Die Aufklärungsquote liegt dabei gerade bei 18 Prozent. Was macht diese Ermittlungen so schwierig, wenn bei anderen Delikten die Erfolgsquote der Polizei viel höher liegt – fast jeder Mord wird aufgeklärt. „Dabei gibt es aber auch viel bessere Ermittlungsansätze“, sagt Füchter. Tötungsdelikte seien oft Beziehungstaten, beim Massendelikt Wohnungseinbruch hätten Täter und Opfer dagegen nichts miteinander zu tun. Zwar könnten erfahrene Kriminalbeamte ihre heimischen Pappenheimer schon am Vorgehen erkennen, doch auch dann müsse jeder Einbruch nachgewiesen werden.

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Kita- und Schulaufbrüche würden oft von Jugendlichen aus der Umgebung begangen, als Mutprobe oder Training. Viele schwere Einbrüche aber würden von auswärtigen Tätern oder Banden verübt, die ganze Siedlungen abgrasen. Füchter: „Manche baldowern das Verhalten der Anlieger vorher aus, und selbst wenn wir das wissen, können wir wenig machen: Spazierengehen ist ja nicht verboten.“

Hier helfe nur eine Ansprache der Fremden nach dem Motto: „Suchen Sie was? Kann ich Ihnen helfen?“, die auch Anwohner durchführen können. So ergebe sich für Täter das Risiko des Wiedererkennens. Andere wiederum handelten auf gut Glück. „Die sind oft drogenkrank und nehmen Entdeckungsgefahren deshalb eher in Kauf.“

Häufungen an bestimmten Wochenenden seien eher Zufall. „Da fehlt nur noch, dass sich zwei Täter vor derselben Haustür begegnen.“

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